Nachdem nun wieder einmal rund 70 neue Risse am viel kritisierten belgischen Atomreaktor Tihange entdeckt wurden, wollen die viele der betroffenen Bürger, Belgier, Niederländer und Deutsche, die Anti-Atom-Bewegung wieder aufleben lassen. Am Sonntag, 25. Juni, soll eine 90 Kilometer lange Menschenkette Maastricht, Lüttich und Aachen verbinden.

Wie der WDR nun meldete, könnte die tatsächliche Lage aber noch wesentlich schlimmer sein. Die gefundenen neuen 70 #Risse seien nur ein Teilergebnis, wird der Grünen-Abgeordnete Jean Marc Nollet zitiert. Es sei nur ein Teil des Reaktordruckbehälters untersucht worden. Das aber habe der Betreiber verschwiegen.

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Cocktail-Schirmchen Jod-Tabletten?

Belgien verteilt zur Vorbeugung vor einem Reaktorunglück Jod-Tabletten und setzt damit eine Empfehlung des belgischen Gesundheitsrates um. Aachen möchte das auch gerne tun. Radioaktives Jod wird durch Einatmen, Wasser und Nahrung vom Körper aufgenommen. Reichert es sich in der Schilddrüse an, drohen schwerste Krankheiten wie Krebs. Manche Experten dagegen raten, dass ganz NRW vorbeugend mit Jod-Tabletten ausgestattet werden sollte. Diese „Vorsorgemaßnahmen“ hält der Greenpeace Atom-Experte Heinz Smital, laut dem Tagesspiegel, für völligen Unsinn. Das sei, als würde sich jemand mit einem Cocktail-Schirmchen vor einem Wolkenbruch schützen. Hierzu auch ein WDR-Clip:

Radioaktive Wolken über Köln, Düsseldorf und Dortmund

Das Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie hat sich mit belgischen und niederländischen Umweltorganisationen zusammen geschlossen.

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Jetzt sei der perfekte Zeitpunkt um die Stilllegung der „Bröckelreaktoren“ zu fordern. Radioaktive Wolken über Köln, Dortmund oder Düsseldorf seien keine Science-Fiction-Szenario. Die radioaktiven Wolken würden vor keiner Landesgrenze halt machen. 60 000 Demonstranten würden für die Menschenkette am Sonntag zwischen 14 und 16 Uhr gebraucht, so Daniela Antons vom Mitorganisator Campact. Campact habe für die reibungslose Anfahrt eine Mitfahrbörse eingerichtet, die über die die Homepage campact.de zu erreichen.

Fakten zu Tihange:

Doel/#Tihange wurde 1975 in Betrieb genommen und war für 30 Jahre ausgelegt. Diese Zeit ist inzwischen seit fast 12 Jahren überschritten. Der Reaktordruckbehälter von Doel-3 und Tihange-2 soll rund 3000 Risse aufweisen. Es gab immer wieder Störungen und Abschaltungen, trotzdem wurde die Laufzeit von einigen Blöcken bis 2025 verlängert. Das Land NRW will sich aus einer indirekten Beteiligung von Tihange zurückziehen. #Atomreaktor