Es ist eine echte Sensation, was zurzeit in #Frankreich geschieht. Schon die Wahl von Emmanuel #Macron kam für viele unerwartet, doch jetzt scheint seine La-République-en-Marche tatsächlich zur absoluten Mehrheit durchzumarschieren. Mit bis zu 450 von insgesamt 577 Sitzen kann Macron nach dem zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag rechnen, fast zu viel für den Ausnahmepolitiker, das soll er jedenfalls selbst gesagt haben. Das müsse man in den Griff bekommen, sonst gehe es drunter und drüber, wird Macron zitiert.

Vor einem Jahr war Macron mit der Bewegung "En Marche!" gestartet, nach seiner #Wahl zum Präsidenten wurde vor vier Wochen aus der Bewegung die Partei mit dem neuem Namen "La République en Marche".

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Zu rund 50 Prozent bewarben sich Politik-Neulinge für die neue Partei, darunter so Exoten wie ein Mathematik-Professor.

Macron: Ein ungewöhnlicher Politiker

Doch Macron selbst ist ja ein Exot. Er scheint jetzt nicht nur den größten Wahlerfolg seit 1958 einzufahren, er ist auch mit 39 Jahren der jüngste Präsident, hat neben Politikwissenschaften auch Philosophie studiert und ist mit seiner wunderschönen ehemaligen Lehrerin Brigitte verheiratet, die 24 Jahre älter ist und ihn zum siebenfachen Stief-Großvater gemacht hat. Noch im letzten Jahr war er Wirtschaftsminister unter seinem Vorgänger Hollande.

Asylpolitik, Vetternwirtschaft und flexible Arbeitszeiten

Den Sumpf der Vorteilsnahme will Macron sofort austrocknen, verdankt er doch seinen Sieg bei der Präsidentenwahl vor allem dem anrüchigen Gebaren seiner Gegner.

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Zum Beispiel Fillon, der durch Beschäftigungsverhältnisse seiner Familienmitglieder auf Staatskosten von sich reden machte. In der Flüchtlingspolitik plant Macron eine Beschleunigung der Asylverfahren, eine zügige Rückführung abgelehnter und eine Integration anerkannter Asylbewerber.

Zudem plant Macron Einsparungen bei den vielen Beamten im Staatshaushalt und Investitionen um die hohe Jugendarbeitslosigkeit abzubauen. Widerstand wird vor allem bei seinen Plänen erwartet, die zum Beispiel Unternehmen ermöglichen sollen flexible Arbeitszeiten auszuhandeln. Macron steht für eine Vereinigung Europas, sein Wunsch nach Eurobonds und damit der Vergemeinschaftung von Staatsschulden wird vor allem von deutschen Politikern kritisch gesehen.

Verständnis statt Pfiffe

Sein besonderer Flair lässt sich unter anderem an seinem Umgang mit politischen Gegnern ablesen. Als seine Anhänger den Front National von Marine Le Pen auspfiffen, wollte Macron das nicht gelten lassen, sondern forderte die Sorgen und Ängste der Wähler des Front National ernst zu nehmen. Le Pen hat gute Chancen erstmals ein Direktmandat zu gewinnen, allerdings kam ihre Partei erst auf den dritten Platz, nach den Konservativen. Völlig abgeschlagen landeten die Sozialisten auf Platz vier.