Er ist bedrohlich, aber auch faszinierend: Alexander Saldostanow teilt regelmäßig heftig gegen den verlogenen Westen aus, bleibt den Journalisten dennoch einigermaßen zugetan. Er ließ, wie zuletzt einem Team von N24, Einblicke in sein sonst schwer geschütztes Rockerleben gewähren. Saldostanow ist einer der bekanntesten #Rocker der Welt. Seine Ansichten sind beängstigend und doch steckt hinter diesem Rocker eine Figur, denen immer mehr Russen bedingungslos folgen. Warum ist das so? Was macht den "gefährlichsten Rocker der Welt" (BILD) aus? Die deutsche Journalistin Alexandra Würzbach von der BILD traf den 54-Jährigen in Moskau.

Saldostanow hasse Schwule

Die Reporterin berichtete, Saldostanow habe ihr gleich zur Begrüßung gesagt, dass es gar keinen Zweck habe, "euch" zu treffen (damit meint er Journalisten, Anm.

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d. Autorin). Der Chef der Nachtwölfe, einem Rockerclub mit etwa 5.000 Mitgliedern, soll Schwulen-Hasser sein, Demokratie-Feind und die Krim-Besatzung befürworten. Sein Motorradclub sei gefürchtet. Wohl aber eher unter den Banden. In #Russland ist Saldostanow ebenso ein Volksheld. Nicht für alle, aber für immer mehr Menschen. Er wird gefeiert, Jugendliche wollen Selfies mit ihm, Rentner winken seiner Karawane zu. Putin sei ein guter Freund von Alexander.

Unsere Demokratie ist teuflisch

Saldostanow sprach immer wieder von dem großen Reich, so die BILD-Reporterin. Die USA sei "scheiße" und Angela Merkel nannte er "nur eine Marionette". #Putin-Freund Gerhard Schröder (SPD) sei hingegen ein "toller Typ". Die Demokratie halte Saldostanow für teuflisch, erst recht in Deutschland. "Sie in Deutschland müssen doch schon den Schwefelgestank der Hölle riechen", so der Rocker gegenüber dem Blatt weiter.

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Saldostanow hat auch in Deutschland Fans und weniger ein Problem mit den Leuten hier. Seine große Liebe fand er Mitte der 80er in Welt-Berlin und arbeitete lange Zeit in Berlin-Schöneberg als Türsteher. In der damaligen N24-Reportage meinte Alexander, er ist bis heute noch Berlin verbunden.

"Sagt euch von Amerikanern los"

Im Interview der BILD gab Saldostanow weiter zu verstehen, dass sich Deutschland von den Amerikanern lossagen müsse. Gemeinsam mit den Russen könnten und müssten wir die Macht übernehmen. Außerdem würden wir (also Deutschland, Anm. d. Autorin) nicht verstehen, dass alle belogen werden. Laut Saldostanow gäbe es kaum ein freieres Land als Russland. Es sind wohl genau diese Parolen, die vielen Russen aus der Seele sprechen, die unter der kaputten Wirtschaft und Korruption leiden. Der angeblich "gefährlichste Rocker der Welt" - in Russland ist er wie der zweite Präsident. Der Westen sollte Alexanders Gerede nicht überschätzen, aber Saldostanow und seine Nachtwölfe besser niemals unterschätzen.