Die neueste #Bertelsmann-Studie bezieht sich auf drei durchgeführte repräsentative Umfragen. #Populismus gehe immer mit einer Anti-Establishment-Haltung einher. In ihrer Definition von Populismus unterscheidet die Studie zwischen radikalem und moderatem Populismus. Der radikale Populismus lehne die Parteien, Institutionen und Medien komplett ab und wolle sie entmachten, eine völlig neue Gesellschaft aufbauen. Der moderate Populismus kritisiere einzelne Punkte und wolle diese verändern. Rund 30 Prozent der Deutschen seien populistisch eingestellt, 37 Prozent sollen ihn komplett ablehnen und 34 Prozent nur teilweise zustimmen. Grundlegende system-ablehnende und anti-pluralistische Einstellungen seien nicht mehrheitsfähig.

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Der deutsche Populismus ist eher moderat

Von einer Stunde der Populisten sei das Klima vor der Bundestagswahl weit entfernt, sagt der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Stiftung Aart de Geus. Zum Beispiel würden zwei Drittel der Menschen mit populistischer Einstellung die Mitgliedschaft in der EU befürworten und 85 Prozent das demokratische System bejahen. Die EU-Integration sei zu weit gegangen, befinden über 75 Prozent der Menschen mit populistischer Einstellung, über 50 Prozent glauben, dass die Demokratie in Deutschland schlecht bis gar nicht funktioniere.

Die Grünen, die CDU und die CSU haben nach der Studie die wenigsten populistischen Wähler (rund 40 Prozent). Bei der SPD und den Linken halte sich das ungefähr die Waage, bei der AfD seien 60 Prozent populistisch.

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Radikal-populistische Ansichten, wie sie zum Beispiel Donald Trump in seinem Wahlkampf vertreten habe, kämen in Deutschland nicht an. Die Studie belege eindeutig, dass die Zustimmung sinke, je radikaler und systemkritischer sich die Parteien positionieren.

Flüchtlingspolitik mobilisiert populistische Wähler

Mit der Flüchtlingspolitik lassen sich, laut der Studie, die meisten stark populistisch eingestellten AfD-Wähler mobilisieren. Sie befürworten so viele Flüchtlinge wie möglich abzuschieben. Bei den anderen Parteien wollen die meisten Wähler eine moderate Flüchtlingspolitik. Sie wünschen vor allem eine kontrollierte Einwanderung. Dagegen schrecke die Wahl von Donald Trump, der Brexit und der Erfolg der AfD viele Menschen ab und generiere vor allem Wähler für die Union.

Soziale Spaltung

Zudem zeige sich beim Populismus vor allem die soziale Spaltung Deutschlands. Menschen, die höchstens über einen Hauptschulabschluss verfügen und weniger als 1500 Euro verdienen, seien am stärksten populistisch eingestellt. #Bertelsmann Stiftung