Dass das US-amerikanische Gesundheitssystem nicht das Beste ist, ist bekannt. Im internationalen Qualitätsvergleich schneiden die USA meistens schlecht bis miserabel ab. Hinsichtlich der Kosteneffizienz schneiden die Vereinigten Staaten von über 190 Plätzen auf dem 72. ab (World Health Report 2000), bei der finanziellen Fairness auf Platz 54/ 55 (mit Fidschi-Inseln geteilt). Das Gesundheitsniveau liegt dabei immerhin auf Platz 27. Trotzdem ist das amerikanische System das teuerste von den reichen Industriestaaten (17,7% des BIP).

Aber wenn es in einem gut ist, dann in der Forschung: Weltspitze! Forschung und ihre Ergebnisse bringen ja auch Geld ein.

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Das amerikanische Modell sieht verschiedene Formen der Versicherung vor. Die private Versicherung, auch über den Betrieb. Oder die medizinische Mindestversorgung über Medicaid für Menschen mit geringem Einkommen oder überhaupt nicht Versicherte und für alle über 65 mit Medicare.

Obama: yes, he can? No, he can't!

Obama versuchte nun 2010 dem entgegen zu wirken, das System zu verbessern. Das war die Geburt von "#Obamacare". Doch auch das sollte nicht so recht funktionieren. "Obamacare ist schwer krank", schrieb die ZEIT online im September 2016. Sie und andere Medien wie Politico attestierten dem System diesen bemitleidenswerten Zustand. Zwar sollte "Obamacare" besonders dem ärmeren Teil der Bevölkerung erschwingliche Gesundheitsversorgung gewähren, und eine Krankenkasse für alle sein, doch die Idee scheiterte an der Ausführung.

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Es versicherten sich zu wenige unter dieser einen Kasse, also zahlten auch zu wenige ein. Auf der anderen Seite versicherten sich vor allem Arme und ältere Menschen. Beide Personengruppen sind auch die mit den häufigsten Krankheiten und Krankenzeiten. Diesen Zusammenhang haben internationale Studien der letzten Jahrzehnte bestätigt. Die betroffenen Unternehmen machten Minus: 2015 machte die gesamte Versicherungsbranche durch die Obamacare-Policen fast 5 Milliarden Dollar Verluste. Dieses Problem versuchten die Demokraten durch Subventionen zu beheben, doch die Republikaner blockten. Sie hatten die Mehrheit im Kongress und sind an sich gegen staatliche Eingriffe.

Die Obamacare-Versorgung war eher bescheiden: lange Wartezeiten und minimale Versorgung. Wenn es irgendwie möglich war, wurde gespart. Wozu also zu Obamacare wechseln? Als junger Mensch zahlte man lieber die relativ niedrigen Strafzahlungen (musste man bezahlen, wenn man sich nicht versicherte) und sparte insgesamt. Oder man war über den Betrieb privat versichert.

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In diesem Fall hatte man seit jeher das große Los gezogen.

Trumps Alternative

Trump versuchte nun alles besser zu machen. Mehr nach der freien Marktwirtschaft, also freie Versicherungsauswahl, was die Strafzahlungen bei Nichtversicherung entfallen lassen sollte. Versicherte man sich doch, dann sollte es Steuergutschriften geben. Die medizinische Not- und Grundversorgung für die ärmere Bevölkerung sollte gekürzt werden, die Kommunen sollen intelligente Einsparungen vornehmen. Durch die Ablösung von Obamacare durch Trumpcare würde die Republik bis 2026 etwa 337 Milliarden Dollar einsparen. Da jubeln natürlich die konservativen Republikaner. Doch wie zwei Ausschüsse des Kongresses inzwischen herausgefunden haben, würden die Versicherungsbeiträge zwar bis 2019 um bis zu 20% ansteigen, aber danach abfallen und ab 2026 auf 10% unterhalb des Obamacare-Niveaus sinken.

Außerdem wären durch Trumpcare über 20 Millionen Menschen ohne Versicherung, und bis 2026 wären es angeblich über 50 Millionen, die ohne Versicherung dastehen müssten. Zudem würden die Versicherungsbeiträge steigen: die Netto-Belastung eines 64 jährigen Normalverdieners (26500 Dollar Jahreseinkommen) beliefe sich mit Trumpcare auf 14.600 Dollar jährlich.

Republikaner gegen Trump

Will das #Trump wirklich? Der Widerstand in den republikanischen Reihen wächst. Sie haben trotz der Mehrheit mit zwei Stimmen im Kongress keine Mehrheit für Trumpcare. Für die meisten Konservativen geht Trumps Vorschlag der Revision von Obamacare zu weit. Viel zu weit. Sogar der Chef der Republikaner im Senat Mitch McConnell stellt sich gegen Donald Trump.

Trump hat das inzwischen eingesehen und twittert optimistisch weiter:

#Obama