Jahrelang stand das Thema "#Ehe für alle" im Raum und wurde vor allem durch die konservative CDU/CSU in der großen Koalition abgelehnt, während der Koalitionspartner SPD immer wieder auf sie pochte, um die Gleichstellung homosexueller, also gleichgeschlechtlicher Paare zu erzielen. Doch kaum ist man im Wahlkampf angekommen, geht es plötzlich ganz schnell: Die "Ehe für alle" kommt! So hat es der Bundestag vergangenen Freitag nach einer Abstimmung hierüber beschlossen. Das einzige Problem hierbei: Nicht alle wollen sich mit einem solchen Beschluss abfinden und versuchen die momentane Regelung der Ehe als ein Zusammenschluss von Mann und Frau mit dem Ziel, Kinder zu bekommen, zu retten.

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Wahlkampfstregie oder Verzocken: So kam es zur "Ehe für alle"

Auslöser für die binnen weniger Tage wieder aufgekommenen Debatte bildete überrascht ein Interview von Angela #Merkel in Berlin am vergangenen Montag. Merkel war zu Gast bei "BRIGITTE LIVE" und stand Chefredakteurin Brigitte Huber und Ressortleiterin Meike Dinklage Rede und Antwort. Als ein Zuschauer die Kanzlerin nach ihrer Stellung zur "Ehe für alle" fragte, sagte Merkel, dass diese Entscheidung für sie eine Gewissensfrage sei. Mit diesem Statement brachte sie die Debatte wieder ins Rollen, da Merkel nun erstmals durchblicken ließ, den Weg für die "Ehe für alle" freimachen zu wollen - zumindest interpretierte dies die SPD so, die nun erstmals die Chance dafür sah, ihre Forderung auch wirklich durchzusetzen, indem sie sich auf die Äußerung Merkels als Vorsitzende des Koalitionspartners berief.

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Die bis dato durch die CDU artikulierte Ablehnung der "Ehe für alle" konnte nicht mehr gehalten werden.

Wie der Spiegel berichtete, forcierte SPD-Parteichef und Kanzlerkandidat Martin Schulz binnen 4 Tagen eine Abstimmung im Bundestag und erhielt dabei Unterstützung von den Grünen und den Linken. Am vergangenen Freitag gaben daraufhin die Mehrheit der Parlamentarier ihre Stimme für die Durchsetzung der "Ehe für alle". Merkel stimmte, obwohl sie diese Abstimmung durch ihre Äußerung initiierte, für ein "Nein" und bildete damit einen Teil, der in der Minderheit vertretenen Konservativen.

Die große Frage nach dem Sinn der Merkeläußerung blieb offen: Hat sich die Kanzlerin im BRIGITTE-Interview mit ihrem Statement zur "Ehe für alle" verzockt? Unterschätzte sie hierbei das öffentliche Interesse und die Auswirkungen ihrer Äußerung? Oder hat sie diese sehr wohl überlegt getan, einerseits als Wahlkampfstrategie, um die weniger konservativen Wähler und Parteimitglieder in ihrem Vertrauen in die Partei zu bestärken und andererseits den Konkurrenzparteien wie SPD und Grünen ein entscheidendes Wahlkampfthema zu nehmen?

AfD und Thomas de Maizière: "Ehe für alle" ist verfassungswidrig!

Bei den Kritikern gegen die "Ehe für alle" erzeugte das Votum für diese Unbehagen.

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Mit dabei ist, wie es kaum verwundern wird, die Alternative für Deutschland (AfD), die sich für den Schutz von Ehe und Familie laut Grundgesetz einsetzt und somit bezüglich des Beschlusses neben Teilen der CDU/CSU die einzige Opposition bildet, welche sie auch nach der Bundestagswahl am 24. September auf Bundesebene betreiben möchte. Momentan prüft die AfD eine Verfassungsklage gegen die "Ehe für alle", wie web.de berichtete. Die Ehe zwischen zwei gleichen Geschlechtern sei demnach eine "Wertebeliebigkeit, die unserer Gesellschaft schadet", sagte AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland. Unterstützung bekommt er dabei überraschend von Innenminister Thomas #de maizière, der der Klage der AfD Erfolgschancen einräumt und gegenüber der Bild am Sonntag ebenso die Verfassungswidrigkeit des Beschlusses betont: "Ich habe gegen dieses Gesetz gestimmt. Ein Grund dafür ist, dass wir aus meiner Sicht als Jurist dafür eine Verfassungsänderung gebraucht hätten." Außerdem meine auch er, dass die Ehe "eine Verbindung zwischen Mann und Frau" sei.

"Ehe für alle" - Das kommt, wenn sie kommt!

Nach Tagesschau soll sich durch die Einführung der "Ehe für alle" folgendes ändern:

  • Künftige Heiratserlaubnis schwuler und lesbischer Paare
  • Gleichstellung dieser Ehen in allen Bereichen sind (Erlangen aller Rechte und Pflichten wie in einer Ehe zwischen Mann und Frau)
  • Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuches geändert vom Wortlaut "Die Ehe wird auf Lebenszeit geschlossen." in den Wortlaut: "Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen."
  • Adoptionsrecht: Schwule oder lesbische Paare dürfen gemeinsam ein Kind adoptieren.