Das entscheidende Datum der #Bundestagswahl rückt immer näher. Bei den deutschen Parteien läuft der Wahlkampf bereits auf Hochtouren. Alles schien auf dem ersten Blick normal zu sein - jedenfalls bis zum gestrigen Freitag! Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der gegenüber Deutschland in der Vergangenheit oftmals scharfe Kritik äußerte, welche bis hin zu öffentlichen Nazi-Vergleichen ging, griff nun erstmals mit einer Äußerung in die innerpolitische deutsche Politik ein. Er appellierte an türkischstämmige Deutsche, am 24. September eine andere Regierung zu wählen als diese, die momentan noch regiere. Der Grund: Sie verfolge eine anti-türkische Politik!

Erdogan ruft zum Wahlboykott gegen CDU, SPD und Grüne auf

"Gebt den politischen Parteien Unterstützung, die der #Türkei nicht feindlich gesinnt sind", sagte #Erdogan laut Tagesspiegel den zirka 1,25 Millionen wahlberechtigten Deutsch-Türken.

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Seine Botschaft an sie ist eindeutig: Sie sollen mit Hilfe von ihrer Stimme am Tag der Bundestagswahl für eine türkeifreundlichere Politik der Bundesregierung sorgen. Eine solche sei mit der CDU, der SPD oder den Grünen laut Erdogan nicht möglich. Weiterhin hob Erdogan in Richtung der in Deutschland lebenden Türken hervor, dass diese immer noch zu ihm und der Türkei gehörten: "Ich rufe daher alle meine Bürger in Deutschland auf, sie niemals zu unterstützen. Weder die CDU, noch die SPD oder die Grünen. Sie sind alle Feinde der Türkei". Es ginge ihm hierbei "für meine Bürger in Deutschland" um "Ehre", betonte er.

Hier geht es zum Erdogan-Interview:

Offene Frage: Erdogans Einmischung in deutsche innere Angelegenheiten

Seine neueste Aussage, welche Parteien seiner Meilnung nach Deutsch-Türken wähen sollten, lässt vermuten, dass sich Erdogan in dem, was er möchte und anstrebt, noch nicht wirklich ganz einig ist: Erst vor Kurzem, als Deutschland aufgrund wiederholter Vorkommnisse in der Türkei eine Neuausrichtung der Politik bezüglich dieser beschloss und damit einen regelrechten Kurswechsel einläutete, hagelte es harte Kritik von Erdogan.

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Dieser warf der deutschen Regierung vor, sich in die türkische Politik einzumischen, die sie doch eigentlich gar nichts anginge: „Niemand hat das Recht, sich in inneren Angelegenheiten der Türkei einzumischen“, erboste sich damals Erdogan der Welt zufolge darüber.

Nun, wenige Wochen später, erfolgt die Einmischung Erdogans selbst in die Politik von Deutschland. Offenbar gilt seiner Meinung nach für andere Länder eine Einmischungsverbot in türkische Angelegenheiten. Für die Türkei seinerseits gilt dieses jedoch umgekehrt nicht, wie er durch die Äußerung bestätigte.

Stimmen aus Deutschland zum neuen Türkei-Eklat

Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel als auch Kanzlerkandidat Martin Schulz (SPD) regierten prompt auf die Aussage des türkischen Präsidenten Erdogans. Entsprechend des Endes der tolerierenden Beschwichtigungspolitik gaben sie klare Statements ab, was sie von Erdogans Vorstoß zu einem angestrebten Wahlboykott in Deutschland hielten.

Was sie hierzu sagten, erfahren Sie im nachfolgenden Video: