Ursel Scholz ist in Leverkusen keine Unbekannte. Sie war jahrelang in der Leverkusener Kunstszene tätig und konnte auch im Ausland einige Ausstellungen konzipieren. Nachdem sie allerdings im Wahlkampf in Leverkusen an einem Stand für die #AfD Wahlwerbung verteilte, kam es nun zu Protesten. Grund dafür war ein Bericht des Kölner Stadtanzeigers, der ein Bild von Ursel Scholz verwendete. Darauf zu sehen: Eine Frau mit Kopftuch, der stellvertretende Sprecher Dr. Manfred Thönes und der AfD-Stand.

Wie der Kölner Stadtanzeiger am Dienstag berichtete, sei es zu großen Unruhen in der AG Leverkusener Künstler gekommen. Der Vorsitzende der AG, Werner Pusch, vermeldete, dass einige Künstler an ihn herangetreten seien und den Austritt von Ursel Scholz gefordert hätten, andernfalls würden sie selbst austreten.

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Pusch selbst sagte dem KSTA: „Die Aussagen dieser Partei und das, wofür wir in der AG Leverkusener Künstler stehen, das passt nicht zusammen: Wir brauchen Freiheit und wir sind multikulturell.

Die Leverkusener AfD ließ dies nicht unkommentiert und veröffentlichte auf ihrer Seite folgende Stellungnahme des Vorsitzenden:

"Das ist eine große Schande für die Meinungs- und Kunstfreiheit. Der gemeinnützige Verein "Arbeitsgemeinschaft Leverkusener Künstler e.V" sollte sich mal die Frage stellen, ob er wirklich für alle Meinungen und Menschen offen steht oder zukünftig mindestens 12,6% ausschließen will. Wir werden Frau Ursel Scholz mit allen Kräften unterstützen. Jeder, dem diese Hexenjagd widerspricht, sollte auch der AG genau dies zeigen. Wir leben in einem freien Deutschland und das muss auch die AG anerkennen."

Im Internet kommentierten viele Nutzer fleißig unter dem Post des Leverkusener Anzeigers.

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Der Tenor ist klar: Solidarität mit Ursel Scholz, selbst von denen, die mit der AfD nicht sympathisieren. Ob das helfen wird, bleibt fragwürdig. Ursel Scholz könnte ein Präzedenzfall für die deutschlandweite Künstlerszene werden. Wie wird mit der AfD und ihren Anhängern umgegangen? Schafft man es, dass Mitglieder und Unterstützer dieser Partei aus dem öffentlichen und auch dem kulturellen Leben verschwinden?

Werner Pusch hielt fest: „Wenn eine Zwei-Drittel-Mehrheit das will, dann wird sie laut Satzung ausgeschlossen.“ Er sei sich sehr sicher, dass bei den ganzen Unruhen diese Zahl erreicht werden wird. Es hängt wohl auch davon ab, ob der Fall weiter in den Fokus der Öffentlichkeit gerät. #Meinungsfreiheit #Kunst