Im Alter von 88 Jahren war vergangenen Oktober der vom Volk geliebte thailändische König Bhumibol Adulyadej gestorben. Gestern begann in Bangkok die fünftägige Begräbnis – und Trauerfeier im großem Rahmen.

Über 100 000 schwarz gekleidete Menschen folgten am Donnerstag dem verstorbenen König in Form eines riesigen Zuges und erwiesen ihm so die letzte Ehre.

Nach traditionellem Ritual, wurde der Sarg des Königs, den er vor seinem Tod gewählt hatte, zu einem Krematorium geleitet und in Form einer Feuerbestattung, wie es im Buddhismus üblich ist, verbrannt. Zuvor war die Leiche ein Jahr lang aufgebahrt worden war.

Er hatte bewusst keine Urne gewählt, wie andere Könige zuvor, sondern einen Sarg, da so auch die einfachen Leute begraben werden.

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Das zeigte ein letztes Mal, wie verbunden er seinem Volk war.

Er wurde wie ein Halbgott verehrt

Bhumibol war der am längsten regierende Monarch in der Geschichte Thailands, mehr als sieben Jahrzehnte saß er auf dem Thron. Er liebte die Fotografie, hatte eine Vorliebe für Jazz, spielte leidenschaftlich gerne Saxophon, und gewann 1967 eine Goldmedaille im Segelsport bei den Südostasienspielen.

Überall in Thailand hängen nach wie vor riesige Bilder vom König auf den Straßen und in Wohnhäusern.

Er wurde von den Thais nicht nur als Herrscher gesehen, sondern auch als der höchste buddhistische Würdenträger und als Friedensgarant im Land.

Thailand ist seit Jahren politisch gespalten, da die Monarchietreuen und die ärmere Bevölkerung in Form der 'Rothemden' verschiedene Meinungen vertreten.

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Bhumibol schaffte es immer wieder im Laufe seiner Regentschaft, dass beide Seiten sich versöhnten und Abkommen schlossen.

Verehrt wurde er wie ein Halbgott, weshalb Thailand auch keine Kosten oder Mühen bei der Beerdigungsfeier scheute: geschätzte 76 Millionen Euro soll diese Feier kosten, bei welcher der König ein letztes Mal gehuldigt wird.

Die fünfttägige Zeremonie durchläuft ein Jahrhunderte altes Bestattungsritual, das von der Weihung der Überreste des Körpers mit Kokoswasser, bis hin zum Platzieren der Asche in einem Tempel geht. Alle Fernsehsender Thailands übetragen die Trauerfeier und das Land trauert noch ein letztes mal um seinen geliebten König.

Thronfolger soll Bhumibols einziger Sohn Maha Vajiralongkorn werden, der kein großes Ansehen beim Volk genießt. Bei der Bestattungszeremonie lief er im Zuge mit, während ein Bediensteter ihm den Regenschirm hielt.

Viele Thais waren schon Tage zuvor, trotz Regenzeit, auf den Straßen und hatten sich Plätze mit guter Sicht auf die Trauerprozession gesichert. #KönigBhumibol #Bestattung