Am vergangenen Wochenende ist die angeblich "schweigende Mehrheit" in mehreren Städten in #Spanien auf die Straße gegangen, um gegen die Abspaltung Kataloniens von Spanien zu demonstrieren. Darunter Madrid und Barcelona. Um die 350.000 Menschen sind mit Bahn und Bus angereist um ihre Meinung kundzutun.

Mit wehenden Spanienflaggen wurde lautstark gefordert, dass der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont festgenommen wird. Auf den Schildern der Demonstranten steht "Die Einheit Spaniens steht nicht zur Wahl - Sie muss verteidigt werden". Mit prominenter Unterstützung des Literaturnobelpreisträgers Mario Vargas Llosa und dem Zuspruch der konservativen Volkspartei wurde die Demonstration noch weiter angeheizt.

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Gründe für die Demonstrationen

Grund für die Demonstration war die Wahl zur Abspaltung Kataloniens von Spanien. Es haben sich gerade mal 2 Millionen von ca. 5 Millionen wahlberechtigten Einwohnern beteiligt. Von den 2 Millionen Wählern stimmten 90% für die Trennung.

Durch Polizeieinsatz wurde versucht, die Wahl von Beginn an zu verhindern. Dies führte zu circa 900 verletzten Menschen. Die Polizeigewalt steht unter heftigster Kritik. Letzte Woche hat sich ein Vertreter der Zentralregierung, Enric Millo jedoch für das brutale Vorgehen entschuldigt.

Die Zentralregierung Spaniens wertete die Wahl als ungültig, da sie gegen die Verfassung verstößt. Aus diesem Grund lässt sie auch keine weiteren Verhandlungen zu. Zudem droht der Ministerpräsident Rajoy an, #Katalonien seine Teilautonomie zu entziehen.

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Dafür könnte die Zentralregierung gegebenenfalls den Artikel 155 der Verfassung anwenden. Zuvor gibt sie der katalanischen Führung jedoch Zeit zurück zu rudern.

Gründe für die Abspaltung sind zum Teil ökonomisch. Katalonien besitzt die stärkste Wirtschaft im spanischen Verbund und gibt somit eine Zuwendung an den Rest Spaniens ab, der wirtschaftlich nicht so gut dasteht. Katalonien besitzt bedeutende Indurstriezweige im Automobilbau, der Chemie- und Pharmabranche und hat Handelspartner in Frankreich, Deutschland und dem Rest Spaniens. Dadurch wäre seine finanzielle Zukunft auch gesichert. Weitere Gründe für die Abspaltung finden Sie hier.

Wie wird es weitergehen?

Heute stellt sich die Frage aller Fragen. Wird Regionalregierungschef Carles Puigdemont die Abspaltung von Spanien und somit die #Unabhängigkeit Kataloniens erklären? Sollte das der Fall sein, wird die Zentralregierung in Madrid ihre Drohungen vermutlich wahrmachen und Katalonien ihre Teilautonomie entziehen. Eine einseitige Abspaltung würden Spanien und die EU vor allem wohl deshalb nicht akzeptieren, weil sie zu nicht absehbaren Folgen führen würde. Wie realistisch ist überhaupt die Abspaltung?

Würde Katalonien eventuell auch eine brutale, militärische Unterwerfung drohen? Lesen Sie hier das Interview mit Romanistikprofessor Dr. Axel Schönberger von der Universität in Bremen.