Es sind ungeheuerliche Vorwürfe, die Professor Dr. Axel Schönberger, Professor für romanische Philologie mit Schwerpunkt #Katalonien im Deutschlandfunk am Donnerstag äußerte. Nach dem umstrittenen Referendum hatten am 8. Oktober in Barcelona mehrere hunderttausend Abspaltungsgegner demonstriert. Laut Schönberger kamen die Abspaltungsgegner aus ganz #Spanien angereist und viele hätten sich vor Ort mit dem Hitlergruß willkommen geheißen. Diese Bilder seien vom deutschen Fernsehen nicht gezeigt worden.

Laut Professor Schönberger sind die Demonstranten zum größten Teil nicht aus Katalonien gekommen. Viele von ihnen würde die Franco-Ära immer noch hochhalten.

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"Da gibt es sehr viele Leute, auch junge Leute, die mit Hitlergruß grüßen."

Verfassungsgericht nicht beschlussfähig?

Am Samstag will die spanische Minderheitsregierung unter Mariano Rajoy Maßnahmen verkünden, die gegen Katalonien verhängt werden sollen. Die Katalanen haben schon am heutigen Freitag morgens mit kreativer Gegenwehr reagiert. Sie hoben in großer Zahl Geld bei den fünf größten spanischen Banken ab. Laut Professor Schönberger eine gut überlegte und friedfertige Maßnahme. Die Regierung habe die Situation ohne Not eskaliert. 2006 sei ein Autonomiestatut ausgehandelt und vom spanischen und kalalonischen Parlament sowie vom spanischen König unterschrieben worden. Damit hätte sich Katalonien zufrieden geben, davon ist Schönberger überzeugt.

Aber die Volkspartei, Partido Popular, habe das Verfassungsgericht angerufen und dort sei eine skandalöse, weil gegen die eigenen Statuten gefällte, Entscheidung getroffen worden.

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Drei Richter seien verstorben gewesen, einer über der Altersgrenze und dieses nicht beschlussfähige Verfassungsgericht habe das Statut für Katalonien außer Kraft gesetzt, mit dem Argument, dass es in Teilen nicht verfassungskonform sei.

Wird Katalonien eine zweite Schweiz?

Laut der oppositionellen "Sozialisten Partei" (PSOE) strebt die spanische Regierung Wahlen für Katalonien im Januar an. Professor Schönberger geht davon aus, dass sich die Unabhängigkeitsbestrebungen der Katalanen nicht unterdrücken lassen. Die Mehrheit der Menschen würden nicht mehr einer durch Franco installierten Monarchie angehören wollen. Das könne Madrid weder durch Waffen- noch durch Polizeigewalt auf Dauer durchsetzen. Europa sei gut beraten, Katalonien so schnell wie möglich in die EU aufzunehmen. Ansonsten werde sich Katalonien zu einer zweiten Schweiz mit niedrigen Steuersätzen entwickeln.

Kommentar der Autorin:

Journalismus ist auch immer eine Schlacht um besonders einprägende Bilder. Doch schon bei der sogenannten "Flüchtlingskrise" haben die deutschen Medien durch ihre Bildauswahl einen ungebührlichen Eingriff in die Meinungsbildung vorgenommen.

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Obwohl vorwiegend junge Männer kamen, sahen die Zuschauer in den Medien fast ausschließlich Bilder von Familien, besonders weinende Kinder wurden bevorzugt. Jetzt sollen die Hitlergrüße nicht gezeigt worden sein. Es ist aber nicht die Aufgabe von Journalisten, die Meinung der Menschen zu beeinflussen. Unsere Aufgabe ist es zu informieren. Ob das, was gerade passiert, in unser privates Weltbild nun passt oder nicht. Ich fordere von den Kollegen und vor allem vom Presserat, dass sie sich von dieser arroganten Haltung umgehend verabschieden!

Professor Dr. Axel Schönberger bei Blastingnews in zeitlich aufsteigender Reihenfolge:

- Warum ein Blutvergießen zu befürchten ist

- Bürgerkrieg in Europa?

- Unterstützt die deutsche Berichterstattung Monarchisten?

- Was geht wirklich vor in Spanien?

- Verhaftung von Aktivisten verschärft die Lage

- Fliegt am Ende ganz Spanien aus der EU? #Abspaltung