LIveticker:

Um 15.27 Uhr stand am Freitagnachmittag das Ergebnis der Abstimmung des katalanischen Parlaments fest: Für die Unabhängigkeit Kataloniens von #Spanien stimmten 70 Abgeordnete, es gab nur 10 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen. Ein Prozess zur Gründung eines unabhängigen Staates soll eingeleitet werden. Ziel soll eine "katalanische Republik als unabhängiger und souveräner Staat" sein. Eine Frist für die Ausrufung wurde wieder nicht festgelegt.

Die Opposition hatte das Parlament vor der Abstimmung verlassen. Auf den Straßen von Barcelona brachen die Menschen in Jubel aus. Doch wie lange wird diese einseitige Unabhängigkeitserklärung von Belang sein?

15:29 Uhr

Regierungschef Mariano Rajoy ruft die Spanier per Twitter zur Ruhe auf.

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Der Rechtsstaat werde die Achtung von Recht und Gesetz wieder herstellen.

15:50 Uhr

Gleichzeitig tagt immer noch der Senat in Madrid. Dort hatte der spanische Regierungschef Mariano Rajoy für den Rückgriff auf Artikel 155 und die Absetzung des katalanischen Parlaments geworben. Gegner der Anwendung von Artikel 155 kritisieren bei ihren Reden im Senat, dass die Zentralregierung die Katalanen erniedrigen wolle. Ein weiterer Kritikpunkt im Senat: Die Zentralregierung wolle Finanzen und Polizei künftig von Madrid aus steuern und die Pressefreiheit beschneiden.

16:02 Uhr

Die Abstimmung im Senat hat begonnen

16:09 Uhr

Der Senat hat für die Maßnahmen nach Artikel 155 gestimmt.

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214 Ja-Stimmen, 47 Nein-Stimmen und eine Enthaltung. Dieses Ergebnis wird nun an die Regierung, den Kongress und das Parlament von #Katalonien weiter geleitet.

Damit endet die Sitzung des Senats.

Rajoy kann nun zuschlagen

Damit hat Rajoy jetzt grünes Licht für die Absetzung der Regierung Kataloniens und seines Widersachers Carles Puigdemont. Jetzt könnte es zu drastischen Szenarien kommen. Vor dem Parlament in Barcelona stehen zivile Wachen, die eine eventuelle Verhaftung von Puigdemont verhindern wollen. Auch die Frage eines möglichen Exils steht im Raum. Französische Unterstützer der Unabhängigkeitsbewegung sollen Puigdemont ein solches Exil angeboten haben. Natürlich muss auch mit Unruhen vor allem auf den Straßen Barcelonas gerechnet werden.

20:00 Uhr

Die spanische Generalstaatsanwaltschaft hat ein Verfahren gegen Puigdemont wegen "Rebellion" angekündigt. Die Behörde wolle demnach in der nächsten Woche Anklage gegen Puigdemont erheben. Der hatte zuvor die Katalanen dazu aufgerufen friedlich, verantwortungsvoll und mit Würde auf die künftigen Entwicklungen zu reagieren.

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21:00 Uhr

Rajoy stellt Katalonien unter spanische Zwangsverwaltung, erklärt die Regierung unter Puigdemont als abgesetzt, das katalanische Parlament als aufgelöst. Laut Rajoy handele es sich um erste Maßnahmen, um die bisher Verantwortlichen an einer weiteren "Eskalation des Ungehorsams" zu hindern. Neuwahlen werden für den 21. Dezember angesetzt.

23:00 Uhr

Gegen die Absetzung ihrer Regierung protestieren zehntausende Katalanen vor dem Parlament.

Es wird von Zusammenstößen zwischen der katalanischen Polizei und Gegnern der Abspaltung berichtet.

Samstag

14:50 Uhr

Puigdemont ruft die Katalanen zum "demokratischen Widerstand" gegen die spanische Zwangsverwaltung auf. Von jeglicher Gewalt sei abzusehen.