Am Freitag wird Georg Wurth, der Geschäftsführer des „Deutschen Hanfverbands“ rund 35 000 handschriftlich gesammelte Unterschriften der aktuell laufenden Petition#Legalisierung von #Cannabis in Deutschland“ dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags überreichen. Kersten Steinke, die kommissarische Ausschussvorsitzende, wird die Unterschriften entgegennehmen.

Die Petition läuft noch bis zum 24. November, online sind bis jetzt zusätzlich über 25 000 Unterschriften zusammen gekommen. Da damit schon jetzt die erforderlichen 50 000 Unterschriften für eine Bundestagspetition erreicht sind, wird es sicher eine Anhörung im #Bundestag geben, bei der wahrscheinlich Georg Wurth als Petent geladen sein wird.

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Vielleicht geschehe das passenderweise unter einer Jamaika-Regierung, so Wurth.

Neue Umfrage

Erst am Montag gab der Deutsche Hanfverband die Ergebnisse einer Umfrage bekannt, die der Verband bei Infratest-Dimap in Auftrag gegeben hat. Diese Umfrage hat zwar die Ablehnung eines legalen Cannabishandels bestätigt, allerdings ergab die Umfrage auch, dass eine Mehrheit der Befragten für die Entkriminalisierung von Konsumenten ist. Für den Hanfverband ergeben sich daraus interessante Kompromisslinien für eine Jamaika-Koalition.

Zwar gibt es, laut einer aktuellen Forsa-Umfrage, in Deutschland keine Mehrheit für den legalen Verkauf von Cannabis an Erwachsene in Fachgeschäften. Diese Zahlen wurden von Infratest bestätigt, wenn auch mit einer Ablehnung von 58 Prozent, statt 63 Prozent bei Forsa.

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Allerdings ist eine Strafverfolgung bei den meisten Befragten unerwünscht. 52 Prozent waren der Meinung, dass der Besitz von geringen Cannabis-Mengen zum Eigenverbrauch nicht mehr strafrechtlich verfolgt werden sollte. Das bedeutet für Jamaika, dass sie für eine Entkriminalisierung die Mehrheit der Bürger auf ihrer Seite hätte.

Polizei und Justiz entlasten

Dazu sagt Geschäftsführer Georg Wurth, dass es letztes Jahr über 140 000 Strafverfahren wegen dem Besitz von geringen Mengen Cannabis zum Eigenkonsum gegeben habe. Das sei ein neuer Rekordwert und stelle eine massive Belastung für die Betroffenen und die Polizei dar. Die Deutschen seien mit Fachgeschäften für Cannabis noch nicht so recht warm geworden, doch sie würden nicht wollen, dass jeder Besitz von kleinen Mengen gleich zu einem Strafverfahren führe.

Die Überlastung von Polizei und Justiz könnte entscheidend abgebaut werden, die Kräfte an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt werden. Zu den enormen Kosten dafür kommen auch noch die Kosten für inhaftierte Konsumenten.

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Durch die Verfolgung werden produktive Bürger aus ihrem beruflichen Leben gerissen. Für dieses Vorgehen gibt es in Deutschland keine Mehrheit mehr.

Einzelheiten der Umfrage

Auffällig ist, dass besonders die Befragten im Alter von 65 Jahren und älter gegen eine Legalisierung sind. In dieser Altersgruppe wollen das 67 Prozent nicht. Bei den unter 50-Jährigen halten sich Zustimmung und Ablehnung die Waage. Auch der Bildungsgrad spielt eine Rolle. Je höher die Bildung desto eher die Zustimmung. Und das gilt auch für das Einkommen. Je niedriger das Einkommen, desto höher die Ablehnung. Auch der Beruf spielt eine Rolle. Arbeiter wollen eher keine Legalisierung, Selbstständige und Freiberufler sind da offener.

Bei der Frage nach der Strafverfolgung sind 54 Prozent der Menschen im Westen dagegen und nur 46 Prozent im Osten. Auch hier gibt es wieder einen klaren Unterschied bei den Altersgruppen. 62 Prozent der 18 bis 34-Jährigen sind gegen die Strafverfolgung. Bei der Gruppe ab 65 Jahren nur 43 Prozent. Und auch hier gibt es wieder die Ergebnisse deutlich gegen die Strafverfolgung je höher der Bildungsgrad und das Einkommen der Befragten sind.

Näheres zur aktuellen Cannabispetion finden Sie hier.