Offiziell gehören die Katalanen zu #Spanien, aber die Unterschiede zwischen Katalanen und Spaniern sind auffallend. Zum Beispiel haben die meisten Katalanen kein Verständnis für tierquälerische Stierkämpfe und haben diese in ihrer Region verboten. Auch mögen viele Katalanen den spanischen König nicht, sie wollen lieber eine Republik sein und nicht unter einer Zwangsmonarchie leben. Und wie König Felipe kürzlich in seiner unversöhnlichen Rede gezeigt hat, besteht diese Abneigung auch durchaus auf Gegenseitigkeit.

Am 27. Oktober hatte die spanische Regierung die katalanische Regionalregierung für abgesetzt erklärt, acht katalanische Politiker wurden inzwischen wegen dem Vorwurf der Rebellion in Untersuchungshaft genommen.

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Der für abgesetzt erklärte Regionalpräsident Carles Puigdemont befindet sich mit vier weiteren Politikern in Belgien. Das spanische Verfassungsgericht erklärte die Unabhängigkeitserklärung Kataloniens für verfassungswidrig und nichtig.

Streik gegen Madrid

Schon am Freitag hatten Tausende für die Freilassung der inhaftierten Minister demonstriert. Jetzt rief die Gewerkschaft CSC, die die Unabhängigkeitsbestrebungen unterstützt, zum Streik auf. Es sollte gegen die Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt und gegen ein Dekret aus Madrid protestiert werden, welches die Verlegung von Firmensitzen aus #Katalonien nach Spanien vereinfacht.

Während für Europa das Problem mit den Katalanen erledigt scheint, warnt der Katalonien-Experte Professor Dr. Axel Schönberger von der Universität Bremen eindringlich vor falschen Vorstellungen.

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Nach seiner Einschätzung ist es unmöglich Millionen von Katalanen gegen ihren Willen in der spanischen Monarchie zu halten. Das werde nicht einmal mit dem Einsatz des Militärs zu bewerkstelligen sein. Die Möglichkeit zu einer Einigung mit einem Verbleib in Spanien sieht der Experte auch nicht mehr. Der spanische Regierungschef Mariano Rajoy habe seit Jahren die Unabhängigkeitserklärung provoziert. Jetzt sehe er sich am Ziel. Doch das werde Rajoy nicht erreichen können. Und wenn er tatsächlich das Militär gegen friedlich protestierende Menschen einsetze, müsse Spanien von der EU suspendiert werden.

Russland als Option?

Laut Professor Schönberger könne die EU sich überlegen, ob sie wirklich auf 7,5 Millionen Katalanen verzichten wolle. Die EU könnte damit überzeugte Europäer aus Not in ganz andere Richtungen treiben. "Wenn die Europäische Union so kurzsichtig sein sollte Katalonien nicht anzuerkennen und dem Wunsch der Katalanen, weiterhin Bürger Europas zu sein, nicht nachkommen würde, was machen wir denn dann, wenn die russische Föderation, in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht, Katalonien als eigenständigen Staat anerkennt, den Katalanen militärischen Beistand verspricht und Katalonien zusagt, zum Beispiel gegen die Gewährung eines Stützpunktes für die russische Mittelmeerflotte, für die katalanischen Rechte einzustehen?"

Die deutsche Politik sehe diese Möglichkeit noch nicht, doch für den Experten ist es ein mittelfristig realistisches Szenario.

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"Staaten wie #Russland und China werden der EU eine unglaubliche Doppelmoral und Doppelzüngigkeit vorwerfen können, wenn europäische Politiker auf der einen Seite überall auf der Welt die Unterdrückung von Freiheitsbewegung, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit anprangern und es auf der anderen Seite dieser postfrankistischen Partei ,Partido Popular' erlauben wollen, mit einem Staatsstreich von oben das katalanische Volk und eine nach Völkerrecht und Naturrecht ausgerufene Republik zu unterdrücken."