Zwischen dem Pazifik und einer Hügelkette liegt die Stadt, die Freigeister aus aller Welt in ihren Bann zog: San Francisco. Auch heute versprüht sie einen weltoffenen Charme mit der stolz aufragenden Golden Gate Bridge, einer belebten Hafenanlage und zahlreichen Wolkenkratzern. Der Zauber der Metropole besteht seit vielen Jahrzehnten. Bereits 1776 lockte diese Stadt, eine der tolerantesten in den USA, unzählige Goldgräber an.


San Francisco ist bekannt für erstaunliche Sehenswürdigkeiten und bietet gleichzeitig ein Pflaster für innovative Ideen. Hier leben kreative Köpfe inmitten einer multikulturellen Gesellschaft, die von ständig einströmenden Neuheiten und diversen Einflüssen aus aller Welt angetrieben wird. Wer allerdings den Hippie-Spirit der 60er und 70er sucht, wird bitter enttäuscht werden. Trotz allem konnte San Francisco ein Stück Lebensstil dieser Generation herüberretten: das Gefühl, dass man in San Francisco immer tolerant und progressiv ist. Jeder Zehnte ist ein offen bekennender Homosexueller. Und das zeigt auch: In dem urbanen Sammelsurium ist beinahe alles möglich! Veränderungen werden im Nu akzeptiert und problematische gelten hier als Herausforderungen. Solch eine Attitüde entspringt der Zeit der Goldgräber im 19. Jahrhundert und wird in unseren modernen Zeiten von 1000 Volksgruppen getragen, die sich in der schnelllebigen Stadt angesiedelt haben. Jeder Stadtteil scheint seine eigene Volksgruppe zu beherbergen und erscheint dementsprechend: In Chinatown zum Beispiel trifft günstige Souvenier-Ware auf eine exotisch duftende Küche aus Fernost und nur einen Block entfernt kommt im italienischen North-Beach-Viertel die wohlschmeckendste Pizza aus dem Ofen.


Die Fläche San Franciscos ist mit ihren exakt 43 Hügeln ein einziges Auf und Ab, auf denen sich auch heute noch die berühmten Cable Cars Meter für Meter hinauf und hinab schnaufen. In der Stadt an der Westküste bringen sie ihre Passagiere sicher bis ans Wasser. Am Pazifik erstreckt sich die Bucht San Franciscos, die sich dunkelblau im Sonnenlicht erstreckt. An der ehemaligen Bootsanlegestelle, die Fishermen's Warf im Norden, rumort ein quietschbunter Jahrmarkt mit kitschigen Souvenir-Geschäften, blinkenden Fahrgeschäften, Restaurants mit frischem Meeresfrüchten und einem Aquarium. Doch für eine authentische Tierwelt muss man nicht unbedingt in ein abgeschlossenes Gebäude. Am bekanntesten aller Piere, dem Pier 39 nämlich räkelt sich lauthals eine Kolonie kalifornischer Seelöwen, die man vom Kai aus gemütlich beobachten kann. Manch einer platscht geräuschvoll ins Wasser, direkt vor dem Panorama des Gefängnis Alcatraz.


Die florierenden Veränderungen spiegeln sich jedenfalls im Stadtbild wider: 1960 stellte San Francisco noch eine reine Hafenstadt dar, die hauptsächlich von weißen Mittelklassearbeitern bewohnt wurde. Zwei Jahrzehnte darauf lagen die Anlagen brach und im Zentrum schossen glänzende Hochhäuser wie Pilze aus dem Boden. Dem Flair der Stadt hat das Wachstum jedenfalls keinen Verlust beschert: Einheimische flanieren hier neben Touristen und lassen ihren Blick von einem der Hügel über die Dächer der Stadt gleiten.