Alte Raddampfer tuckern bedächtig und langsam am Hafen entlang. In der Ferne sieht man Segelboote, wie sie sich im den pfeifenden Windböen ein kleines Wettrennen liefern. Und im Glanz der untergehenden Sonne stoßen Paare auf einen gelungenen Abend an. Hier in und um die Circular Quay folgt jeder seinem eigenen Rhythmus. Der schöne Hafen stellt das Herz der Viereinhalb-Millionen-Metropole Sydney dar.

Hier an der Ostküste des Pazifiks verließen am 26. Januar 1788 mehr als 800 Sträflinge wie auch ungefähr 500 Seeleute und Soldaten unweit des heutigen Circular Quay die Schiffe, die sie einst aus dem Vereinigten Königreich in die Neue Welt aufbrachen. Der Tag sollte zugleich das Datum der Stadtgründung festlegen.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Hauptstadt des ältesten australischen Staats New South Wales von einer ursprünglichen Sträflingskolonie in eine multikulturelle Stadt riesigen Ausmaßes.

Wer sich also auf die Spuren der Vergangenheit begeben will, muss sich im Hafenviertel umschauen. Ursprünglich einer der belebtesten Lebensort der Ureinwohner Australiens, den Aborigines, stellte das historische Viertel "The Rocks" den Anbeginn der europäischen Siedlung im Jahre 1788 dar. Im 19. Jahrhundert wandelte sich das Gebiet jedoch von einem Ort für Sträflinge aus dem Vereinigten Königreich hin zu einem gut bürgerlichen Stadthafen. The Rocks selbst konnte allerdings Hauch von seinem rauen, authentischen Flair behalten, in dessen geschichtlichen Rahmen Besucher eine Zeitreise in die Vergangenheit erfahren. Die Hafenumgebung wurde vor allem durch Bars, Pubs und Lagergebäude aus charakteristisch rotem Backstein geprägt. In diesem heutigen kulturellen Erbe spielte sich das Leben der frühen Siedler ab. Doch auch moderne Einflüsse prägen die Atmosphäre dieses abwechslungsreichen wie auch interessanten Teils von Sydney. Mittlerweile bietet das ehemalige Arbeiterviertel Raum für edle Boutiquen, in denen Besucher und Modeliebhaber Schmuck oder exklusive Textilien erwerben können. Über fünfzig Gallerien machen "The Rocks" zu einem Ort zwischen Aborigine-Artefakten und moderner Kunst.

Souvenirs findet man zusätzlich am "The Rocks Market", auf dem über 150 Stände am nördlichen Ende der George Street typisch australische Produkte anbieten. Unweit dieses aufregenden kulturellen Schauplatzes steht hier auch "Cadman's Cottage" als Sydneys ältestes komplett erhaltene Hütte aus dem Jahr 1816.

Zum Flanieren biete sich auch "Paddy's Market" an, auf dem man nahe Chinatown eine große Auswahl an unterschiedlichen Objekten wie beispielsweise Badetücher, Accessoire, Andenken oder auch Lebensmittel günstig erstehen kann. Von Mittwoch bis Sonntag gibt es hier sowohl australische als auch asiatische Waren an bis zu 1000 Ständen zu entdecken. Seit mehr als 150 Jahre stellte der älteste Markt der Metropole einen Knotenpunkt dar, an dem man sich traf, feilschte und handelte. Und das hat sich bis heute kau geändert, denn der bunte Mix auf dem Paddy's Market zieht nach wie vor zahlreiche Besucher aus der ganzen Welt an. Und wer noch nicht genug von der Marktatmosphäre hat, der findet im Westen der Stadt einen der größten Fischmärkte auf der südlichen Halbkugel.

Rechts der Circular Quay ragt nahezu majestätisch das Opern-Haus auf. Markant ist vor allem die Form des 1973 fertig gestellten Gebäudes, welches das Wahrzeichen der australischen Metropole darstellt. Gegen Ende der 1940er Jahre entstand in der Metropole die Idee, dass die Stadt einen repräsentatives Bau erhalten sollte. Das schimmernde Muscheldach des Gebäudes ist das Resultat des revolutionären Designs durch den dänischen Architekten Jørn Utzon. Als Standort entschied man sich für den "Bennelong Point", bei dem es sich um eine Halbinsel im dem impossanten Hafen handelte. Dort blickt der einzigartige Blickfang auf die links des Circular Quays gelegenen Harbour Bridge, die 1932 vollendet wurde. Heute begeistert das Opernhaus von Sydney als eine der populärsten Attraktionen nicht nur von Außen. Im Inneren des weltberühmten Blickfangs kann man sich exklusiv bei Opern, Konzerten und im Theater unterhalten lassen.

Es hat seine guten Gründe, wenn man von Sydney als der geheimen Hauptstadt Australiens spricht. Als urbane Schönheit strahlt sie Klasse und Eleganz aus, wirkt aber gleichzeitig entspannt. Es ist wohl der Mix zwischen Alt und Neu, aber auch die Verschmelzung zahlreicher Kulturen und das hohe Freizeitangebot von Zoos, Parks, Museen und Ausgehmöglichkeiten, die den Reiz ausmachen.