Abseits vom Massentourismus, gibt sich Venedig verträumte und romantische. Im Labyrinth der Gassen und Kanäle kann man auf eine herrliche Art und Weise verloren gehen. Spät abends, zur Zeit des Sonnenuntergangs, verwandeln sich die verzweigten Gänge in einen Ort voller Geheimnisse und Mystik.
In den Kanälen rund um den Rio Grande schlagen die Wände der Gondolieren rhythmisch gegeneinander. Die edlen, schwarzen Boote symbolisieren das Venedig wie kein anderes Wahrzeichen und verkörpern auch in modernen Zeiten den Charme des 16. Jahrhunderts. Rund 500 Gondeln prägen die Szenerie der Lagunenstadt. Das Ruder der langen Booten mit dem charakteristischen Bugeisen, Gold, Brokat wie auch Seide übernehmen die Gondolieri mit ihrem Strohhut. In der Stadt, die vollkommen vom Wasser und Booten dominiert wird, schlagen auch unzählige Brücken die Verbindung zwischen den einzelnen Stadtteilen.
Weltberühmt ist dabei die Rialtobrücke, die im Herzen der Stadt den Canal Grande als älteste Brücke die wichtigsten Inseln von im Zentrum verknüpft und faszinierende Aussichten auf das lebendige Stadtleben und den Kanal bieten. Die außen liegenden Pfade der steinernen Brücke bieten einen Anblick auf das unvergessliche Panorama das Canal Grande, auf dem Boote treiben und die Kulisse bunt färben. Die innere Straße hingegen wird von kleinen Läden umschlossen.


Doch weder Gondeln, noch Brücken vervollständigen eine Reise in der nordöstlichen Lagunensiedlung. So sollte man nie behaupten, man sei in Venedig gewesen, ohne am Markusplatz, der Piazza San Marco gestanden zu sein. Gemeinsam mit der angrenzenden Piazzetta San Marco bildet er den zentralen Platz inmitten der Kanäle und historischen Prachtbauten. Obwohl die Fläche bereits im 9. Jahrhundert angelegt wurde und drei Jahrhunderte später durch eine Trockenlegung seine vollständige Größe erhielt, besteht sein heutiges Aussehen erst seit dem 18. Jahrhundert. Die Umgestaltung begann, als man das Ziegelpflaster aus dem 13. Jahrhundert durch das grau-weiße Muster aus Marmor ersetzte. Zahlreiche majestätische Gebäude wie die Markuskirche, der Dogenpalast oder der hoch emporragende Glockenturm, die Piazza umgeben, lassen noch heute die glanzvollen Zeiten der ehemaligen Handelsmacht Venedig erkennen.
Abends, wenn sich dann langsam die Sonne über die Dächer der Stadt legt, entfaltet Venedig seine einzigartige Atmosphäre. Auf einer Insel im Sestiere Cannaregio liegt das Ghetto als versteckter Geheimtipp. Dieses Viertel stellte seit dem 16. Jahrhundert bis zu seiner Aufhebung 1796 unter Napoleon ein geschlossenes Wohngebiet für die jüdische Bevölkerung dar. Die venezianischen Juden Venedigs lebten bis 1797 unter beengten Verhältnissen getrennt vom Rest der Bevölkerung. Allerdings genossen sie damit auch den Schutz durch die einstige Republik vor der Inquisition.

Es mag am Prunk liegen, weshalb Venedig zu Hochzeiten auch den Beinamen "Die Durchlauchtigste" trägt. Ihren Reichtum an Historie, an mysteriösen Geschichten und symbolträchtigen Ereignissen hat sie sich auch nach all den Jahren behalten. Kaum eine andere Stadt lädt deshalb so zum Flanieren ein wie die Stadt, die zwischen dem Wasser erbaut wurde und ihre Besucher in andere Zeiten und eine lang vergessene Welt versetzt.