Die Erde bebte und für einen Moment stand die Welt still. Bei dem großen Erdbeben in Nepal, das eine Stärke von 7,9 erreichte, kamen über 2000 Menschen ums Leben und die Zahl der Opfer steigt noch immer. Tausende Gebäude brachen zusammen, Städte wurden um drei Meter verrückt, manche vollständig zerstört. Durch die Zerstörung vieler kultureller Stätten und Güter wurde das Landbild für sehr lange Zeit verändert.
Während der Katastrophe wurden Menschen evakuiert, die Läden geschlossen und eine große Panikwelle brach los. Kaum hatte man wieder Empfang, wurden sofort Familie und Freunde kontaktiert, um sicher zu sein, dass ihnen nichts passiert ist.

"Wir hatten großes Glück, dass uns nichts passiert ist", berichtet Incifer Bommes, Rucksackreisende in Nepal, die zu der Zeit des Erdbebens mit ihrem Freund auf der Terrasse eines Restaurants im dritten Stock war. Der denkbar schlechteste Ort für den Ausbruch eines Erdbebens.
Viele der Bewohner flohen in Zeltstädte, da keines der Gebäude genügend Sicherheit vor den Auswirkungen und den Nachbeben gewährte. Eine seltsame Erkenntnis, dass das, was die Zivilisation zum Schutz der Menschen errichtet hat, sich zu einer tödlichen Falle entwickeln kann.

In einer dieser Zeltstädte fand Bommes auch die Eltern ihres Freundes wieder, die sich dort in Sicherheit gebracht hatten. Niemand wollte zurück in die Nähe der zerstörten Häuser, aus Angst vor den Nachbeben.

In Zeiten wie jenen ist ein starker Zusammenhalt sehr wichtig. Obwohl die meisten Läden geschlossen haben, wird auf den Straßen Essen verteilt, dass aus den Läden und Restaurants beschafft und draußen gekocht wird, Hilfe wird angeboten und die Helfer der Regierung kümmern sich bereits um die Aufbauarbeiten der Städte.
Schon 72 Stunden nach den Nachbeben machen viele der Märkte wieder auf, um den aufkeimenden Schwarzmarkt zu unterbinden, der Wasser für mehr als den doppelten Verkaufspreis anbietet. Auch die Lieferungen von Früchten und Tee haben sich wieder stabilisiert und die Versorgung der Menschen dementsprechend verbessert.
Viele wohnen weiterhin in den Zeltstädten und unterstützen sich in einer Zeit von Verlust und Angst weiterhin.

Besonders betroffen sind Menschen aus ärmeren Regionen, die das Erdbeben am meisten gekostet hat und welche sich den Wiederaufbau nicht leisten können. Auch die Evakuierung der Bewohner in den Bergdörfern, welche am stärksten von den ausgelösten Lawinen betroffen waren, gestaltet sich sehr kompliziert.
Nepal zeigt einmal mehr, wie wichtig der Zusammenhalt der Menschen nach einer einschneidenden Katastrophe sein kann. Jede helfende Hand, egal von wo sie kommt, kann einen großen Unterschied machen.



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