Das schwerste Erdbeben in Nepal seit 80 Jahren hat am Wochenende die Welt erschüttert.

Das Epizentrum des Bebens lag nach offiziellen Angaben 81 Kilometer nordwestlich von Nepals Hauptstadt Kathmandu. Die Stärke des Bebens war zuletzt mit 7,9 angegeben worden. Allein in Kathmandu forderte die Naturkatastrophe nach behördlichen Informationen am ersten Tag 524 Menschenleben. Insgesamt sollen über 2000 Menschen in der Region umgekommen sein. Im Tal von Kathmandu stehen sieben Weltkulturdenkmäler. Vier der sieben Unesco-Stätten sind kunstvoll errichtete Tempel. Bei den drei anderen Gebäuden handelt es sich um Paläste, die einst von Königsfamilien bewohnt wurden - auf dem Durbar-Platz in Kathmandu, dem Durbar-Platz in Bhaktapur und Durbar-Platz in Patan. Zu den Sehenswürdigkeiten in der nepalesischen Hauptstadt gehört der neunstöckige Dharahara-Turm. Der Turm fiel durch das Erdbeben komplett in sich zusammen, nur noch wenige Meter ragt ein Gerüst in den Himmel. Auch auf dem Durbar-Platz in Kathmandu soll fast alles zerstört sein. Nepals einziger internationaler Flughafen in Kathmandu ist aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. Alle Flüge werden ins indische Neu Delhi umgeleitet.

18 tote Bergsteiger am Mount Everest

Derzeit ist in der Himalaya-Region die Hauptsaison für Bergsteiger, die auf die höchsten Berge der Welt klettern wollen. Das schwere Erdbeben in Nepal hat am Mount Everest eine Lawine ausgelöst, die mindestens 18 Bergsteiger in den Tod gerissen haben soll. Die Lawine ist laut Angaben eines Mitglieds der Nepal Mountaineering Association zwischen dem Khumbu-Eisbruch, einer rund 600 Meter hohen Abbruchkante, und einem Basislager abgegangen. Unter den Toten soll auch der 33-jährige Google-Manager Dan Fredinburg sein. Fast 1000 Kletterer sollen sich zum Zeitpunkt des Erdbebens am Berg aufgehalten haben. Der Mount Everest stellt eine beliebte Herausforderung für Hochleistungsbergsteiger dar, weil er mit 8848 Metern nicht nur der höchste Berg im Himalaya sondern auch der Erde ist. Der Mount Everest gehört zu den 14 Achttausendern und zu den Seven Summits, den höchsten Bergen der sieben Kontinente.

Nachbeben versetzen Menschen in Panik

Am Morgen des 26. April erschütterten starke Nachbeben mit einer Stärke von 6,7 Nepal und Indien. Menschen versuchten auf freies Gelände zu flüchten, um herabstürzenden Trümmern zu entkommen. Tausende Menschen wurden nach offiziellen Angaben bei der Naturkatastrophe verletzt. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Toten noch weiter ansteigen wird.

Deutschland, Indien und Russland haben sofort Hilfe angekündigt

Indiens Luftwaffe will ein Flugzeug mit Nahrungsmitteln, Wasser, Rettungsausrüstung, Spürhunden, Ärzten und Krankenpflegern schicken. Auch in Deutschland bereiten sich erste Helfer für einen Einsatz im Himalaya vor. Das Technische Hilfswerk in Bonn hält eine Schnelleinsatz-Einheit in Bereitschaft. Die Welthungerhilfe will mit ihren Nothilfeteams den betroffenen Menschen direkte Hilfe zukommen lassen. Russland will etwa 50 Rettungskräfte sowie Technik in die Katastrophenregion schicken. Die Helfer seien startklar und hätten große Erfahrung in Erdbebengebieten, teilte das Zivilschutzministerium am Samstag in Moskau mit.

jh

Bildquelle: "Kathmandu.children" von Clemensmarabu - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons #Notarzt #Wladimir Putin #Live-Ticker