Schardscha gilt als das religiös konservativste der arabischen Emirate. Wie auch an vielen anderen Orten der Welt kann hier das oft atemberaubende Nebeneinander von globalem Business und archaischen Regeln beobachtet werden.

Kriminalität wird in Schardscha drakonisch bestraft

So gibt es zum Beispiel drastische Strafen für Langfinger: Auch in Schardscha wird Dieben die Hand abgeschlagen.

"Aber erst nach dem dritten Mal", beschwichtigt Aimen Aboutreika. "Und das kommt sehr selten vor". Aboutreika ist Nordafrikaner, lebt aber schon seit zehn Jahren in Schardscha. Der eloquente 32-jährige, rasiert und in einem hellen Hemd, begleitet im Auftrag der Behörden ausländische Journalisten und versucht, die positiven Entwicklungen im Emirat unter dem seit 1972 regierenden Scheich herauszustellen.

So wurden zwei Universitäten gegründet, in denen schon mehr als die Hälfte der Studierenden Frauen sind. Zusätzlich schuf der Scheich quasi per Fingerschnippen umfangreiche Lern- und Ausbildungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung.

Eine konservative Auslegung des Islam bestimmt das Leben in Schardscha

Den Hintergrund zu all diesen positiven Bemühungen bildet aber immer der konservative #Islam, darüber sollte man sich nicht täuschen lassen. So kann schon ein unbedachter Mittelfinger dramatische Folgen haben: Weil ein in Schardscha arbeitender Georgier während des vergangenen Ramadans aus Ärger im Straßenverkehr einem fastenden Einheimischen den Stinkefinger zeigte, wurde er ein halbes Jahr weggesperrt und anschließend des Landes verwiesen.

Touristenmassen werden sich in Schardscha allein wegen des geltenden absoluten Alkoholverbots wohl kaum einfinden. Dieses wurde 1985 von Scheich Al Qasimi als Geste an Saudi-Arabien eingeführt, welches vor der Erschließung der Erdöl- und Gasvorkommen finanzielle Hilfe geleistet hatte. #Naher Osten