Mit der Idee, nach Nordost Mexiko zu reisen, wurde ich das erste Mal 2009 konfrontiert. Damals bot ein Professor meines Studiengangs eine Studienreise in die Umgebung von Saltillo im Staat Coahuila an. Ich war zunächst sehr skeptisch, denn von Nordost Mexiko wusste ich bis dato nicht viel mehr, als dass dort der Drogenkrieg der mexikanischen Kartelle besonders heftig tobt, da es auf der Route in die USA liegt. Zusätzlich kam 2009 in Mexiko die Schweinegrippe auf. Ich entschied mich dennoch dafür, die Reise zu unternehmen und es war eine gute Entscheidung. Der Nordosten Mexikos hat wunderschöne Landschaften und auch einiges an Kultur zu bieten.

Nach Nordost Mexiko kommt man entweder, indem man von Frankfurt aus über einen der großen Umschlagflughäfen der USA nach Monterrey in Nuevo Leon fliegt oder einen Condor Direktflug von Frankfurt nach Cancun nimmt und von dort per Inlandflug weiter nach Monterrey fliegt. Auf letzterem Weg lassen sich die doch teils nervigen Transitbedingungen in den USA und das ESTA Visum umgehen.

Vom Flughafen von Monterrey aus kommt man mit dem Bus einfach nach Saltillo in Coahuila. Die Fahrt dauert etwa 1,5 h und kostet umgerechnet ca. 18 Euro. Überhaupt kommt man in Mexiko sehr gut mit den Überlandbussen in jede größere Stadt.

Saltillo liegt auf dem nördlichen Altiplano auf ungefähr 1500 m Höhe und ist die Hauptstadt des Bundesstaates Coahuila. Saltillo liegt überdies an der berühmten Panamericana, der Straße, die von Alaska bis Feuerland reicht. Das Klima in Saltillo ist annähernd wüstenartig. In den Wintermonaten kann die Temperatur nachts schon einmal bis fast auf den Gefrierpunkt fallen. Aufgrund der Höhe wird es im Sommer aber in der Regel auch nicht wärmer als 30°C, wobei meistens eine sehr trockene Hitze herrscht, die gut erträglich ist.

Um Saltillo herum und zwischen Monterrey und Saltillo gibt es atemberaubende Landschaften zu entdecken. Schroffe Bergrücken wechseln sich mit mit Kakteen bewachsenen Tälern ab. Südlich von Saltillo erhebt sich die Sierra Madre Oriental. Weiter im Norden des Bundesstaates, nahe der Stadt Cuatro Cienegas findet man in einem Tal eine große Gipswüste, die teilweise bizarre Formen bildet.

Dort findet man ebenso in mitten einer Wüstenlandschaft so genannte artesische Brunnen, die von vielen endemischen Fischen bevölkert sind. Artesische Brunnen sind natürliche Seen, die dadurch entstehen, dass die Lage des Sees unterhalb des Grundwasserspiegels liegt.

Am Highway zwischen Monterrey und Saltillo liegen einige große Potreros. Es handelt sich dabei um, durch Salzstöcke aufgedomte rundliche Bergketten, in die man häufig nur durch einen Eingang hinein kommt. Diese Gegend ist unter Extremkletterern aus der ganzen Welt sehr beliebt, da es hier schroffe Felsformationen mit hohen Steilwänden zu Hauf gibt.

Essenstechnisch findet man in Nordost Mexiko fast alles, was die mexikanische Küche zu bieten hat. Vor allem die Arrachera, Rinderzwerchfell, eine Spezialität, ist sehr zu empfehlen. Natürlich dürfen die Quesadillas zu jedem Gericht auch nicht fehlen. Wer gerne scharf isst, kommt hier natürlich auch voll auf seine Kosten.

Wer nach Nordost Mexiko reisen möchte, sollte mehr oder weniger gut Spanisch verstehen und sprechen können, denn obwohl die amerikanische Grenze nicht sehr weit entfernt ist, sprechen die meisten Leute dort wenig bis kein Englisch. Da Touristen dort auch noch nicht so häufig anzutreffen sind, wie etwa im karibischen Teil des Landes, fällt man dort auf, was aber eigentlich keine Nachteile mit sich bringt.

Der Nordosten Mexikos ist für Naturliebhaber und Freunde des fleischreichen, scharfen Essens auf alle Fälle eine Reise wert und man lernt, dass dort nicht alles aus Drogenkrieg besteht.

Andere interessante Reiseziele sind Belize und der Komodo Nationalpark in Indonesien. #Facebook #Internet #Krieg