Kampfstiere verletzten elf Menschen teilweise schwer 

 

Bei der ersten Stierhatz des diesjährigen "Sanfermines"-Festes sind im nordspanischen Pamplona elf Personen zum Teil schwerverletzt worden. Besonders heftig erwischte es einen 30-jährige Briten, der laut Angaben der Regionalverwaltung von einem Stier im Analbereich verletzt wurde. Ein 38-jähriger US-Urlauber erlitt eine Stichverletzung unter der Achsel. Acht Teilnehmer des Spektakels erlitten Gehirnerschütterungen oder Prellungen. Die Stierhatz forderte im vergangenen Jahr insgesamt 42 Verletzte. Das letzte Todesopfer gab es 2009.

 

Touristen aus aller Welt zieht es nach Pamplona

 

An acht Tagen werden am frühen Vormittag sechs zum Teil über 600 Kilogramm schwere Kampfstiere und auch mehrere zahme Leitochsen für die Stierkämpfe am Abend bis in die Arena gejagt. Dabei handelt es sich um eine Mutprobe der Läufer über eine 825 Meter lange Strecke. Der Stierlauf entstand im Mittelalter aus dem Hintreiben des Viehs zum Viehmarkt durch Metzgerburschen. Im vergangenen Jahr besuchten fast 1,3 Millionen Menschen das Sanfermines-Fest, mehr als die Hälfte davon aus dem Ausland. Zu Beginn des neuntägigen Festivals, dem "Chupinazo", zieht eine Musikkapelle über die Plaza Consistorial, ehe zum Mittagsläuten nach dem Ruf "Viva San Fermín!" eine Feuerwerksrakete abgefeuert wird.

 

Verhaltensregeln für Stierläufer

Für die Teilnehmer der waghalsigen Aktion gibt es offizielle Verhaltenstipps. Ihnen wird empfohlen, am Stierlauf nur nüchtern teilzunehmen, sich vor dem Lauf warm zu machen, genügend Abstand zu den Stieren zu halten, auf geraden Strecken außen zu laufen, Kurven immer innen zu nehmen, erst aufzustehen, wenn sich der Stier entfernt hat. Befindet man sich am Boden, sollte man so flach wie möglich liegen bleiben, nicht aufstehen oder sich aufrichten, weil das dem Stier ermöglicht, die Hörner in den Körper zu bohren. Außerdem sollten Stierhatz-Teilnehmer eine Zeitung mitnehmen, mit der man die Tiere ablenken kann.

 

Tierschützer demonstrieren jedes Jahr gegen Stierhatz

Am Wochenende protestierten rund 200 Tierschützer gegen die Stierläufe, bei denen jedes Jahr 48 Tiere getötet werden. Die Demonstranten waren halb nackt und mit roter Farbe bemalt und forderten ein Ende des Spektakels, das sie als Tierquälerei bezeichneten. Zu dem Protest hatten die Tierschutzvereine PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) und Animas Naturalis aufgerufen.

Lesetipp: Tod am Nachmittag (Ernest Hemingway), Rowohlt

Zitat: "Mit großer Sachkenntnis analysiert Hemingway Zeremoniell und Ritual der Kämpfe zwischen Torero und Stier. Die Aufzucht der Kampfstiere, die Technik der Matadoren, die Aufgaben der Picadores und Banderillos, das Spiel mit capa und muleta ­ all das schildert Hemingway präzise und eindringlich."

Foto: Von Asier Solana Bermejo - Montón, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36352091  

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