Möwen ziehen mit ausgebreiteten Schwingen und kreischend ihre Kreise. Aromatisch vermischt sich der Duft von Waffeln oder Bratwurst mit der milden Seeluft. Und dann knallt ein Schlagzeug ratternd los. Man hört rhythmische Klänge von elektronischen Instrumenten und das motivierende „Heeeey“ eines Rocksängers. Hier in Schweveningen zwischen der Metalbühne und der im gleißenden Licht roter Scheinwerfer erstrahlten Hauptbühne genießen die Festivalbesucher den warmen Sommerabend. Sie haben ihre Schuhe ausgezogen und wühlen mit den Zehenspitzen in dem noch warmen Sand. Manche bauen aus Colaflaschen ein kleines Gerüst, andere unterhalten sich lachend mit einem Hacky Sack, den sie im Kreis von einem Spieler zu anderen kicken. Im Hintergrund das unbeschreibliche Panorama mit untergehender Sonne und den hellbraunen Dünen.

Vergangenen Samstag lockte das zweitgrößte Gratisfestival Den Haags seine Besucher ein, zusammen mit lokalen, aber auch internationalen Künstlern zu tanzen und zu feiern. Das Festival, das vor ein paar Jahren von ein paar Freunden gegründet wurde, fand bereits das 19. Mal statt und wird vor allem durch die Hilfe fleißiger Freiwilliger, die den Veranstaltern bei der Organisation tatkräftig unter die Arme greifen, unterstützt. Doch ist das Rock- und Pop-Even nicht nur ein Highlight für die Einwohner der niederländischen Stadt Den Haag. Die Kulisse am Südstrand von Scheveningen nahe des Hafens ist ein Besuchermagnet auch für jene, die sich dort für einige Tage entspannen wollen.

Auf der „Locals and Talentstage“ erstrahlt Rikki Borgelt, die blonde Frontfrau der niederländischen Newcomer-Gruppe Rondé im Abendlicht. Im Gepäck hat sie und ihre vier Jungs vertäumte Indie-Songs, die dieser paradiesischen Stimmung den richtigen Soundtrack mit Gitarrenriffs und Synthie-Klängen verleihen. Und der Funke springt sofort auf die begeisterten Zuschauer über, die ausgelassen springen und mitklatschen. Und während die fünf mit ihren Sonnenbrillen und den sorglosem Sound ihre neuen Fans mit dem Titel „Run“ verabschieden, wartet schon Novastar aus Belgien auf der Nachbarbühne. Der Künstler zeigt sich emotional, wenn er seine mit Klavier oder Gitarre, interpretiert und als dann die Headliner und Lokalhelden „The Deaf“ aus Den Haag auftreten, gibt es für die Menge unten im Sand kein Halten mehr. Und zwischen einem Lagerfeuer, das etwas weiter unten am Ufer der Nordsee von Jugendlichen entfacht wurde und Feuerwerk in der Ferne endet die 19. Auflage des so beliebten Strandfestivals. Man darf im nächsten Sommer gespannt auf das Jubiläum sein.

http://de.blastingnews.com/reisen/2015/02/hinter-jeder-serpentine-ein-atemberaubendes-naturschauspiel-00263373.html 

http://de.blastingnews.com/reisen/2015/02/pulsierende-metropole-am-anderen-ende-der-welt-00263909.html  #Musik