Der Urlaub war super, aber mittlerweile ist die Sonnenbräune verblasst und der Alltag wieder da. Jetzt könnte bei einigen Urlaubern eine unliebsame Erinnerung aus dem Urlaubsland ankommen: ein Bußgeldbescheid. Oft ist die Summe auf dem Strafzettel höher als aus Deutschland gewohnt. Was ist nun zu tun? Muss man die Strafe zahlen? Kann man Einspruch erheben?

Den Strafzettel sollten Sie nicht abtun, denn das könnte Konsequenzen haben. Zahlen Sie nicht an die Behörde im Ausland, werden die deutschen Behörden aktiv; sofern die Ordnungswidrigkeit mit den Grundsätzen deutschen Rechts übereinstimmt. Beispielsweise gilt in Deutschland in der Regel das Verschuldensprinzip, das heißt die Fahrerhaftung. Im Klartext: nur derjenige, der auch am Steuer gesessen hat, wird zur Verantwortung gezogen. In den Niederlanden dagegen gilt die Halterhaftung. Hat jemand dort mit Ihrem Wagen eine rote Ampel überfahren, geht der Strafzettel automatisch an den Besitzer des Wagen, also Sie. Oft wird bei einer solchen Tat nur das Kennzeichen, nicht aber der Fahrer im Bild festgehalten. Wer einen niederländischen Bescheid für das Überfahren einer roten Ampel erhält, ohne zur Tatzeit selbst am Steuer gesessen zu haben, kann daher umgehend Einspruch erheben. Auch Formalien können ein Grund sein, Einspruch zu erheben. Der Strafzettel muss auf Deutsch verfasst sein – falls nicht, kann widersprochen werden. Auch Forderungen von Inkassobüros aus dem Ausland sind nach deutschem Recht nicht gültig.

Widersprechen oder Zahlen?

Wer sich unsicher ist, ob er widersprechen kann oder sollte, kann sich von einem Rechtsanwalt beraten lassen. Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt dann die Anwaltskosten. Ein Einspruch sollte schnell erfolgen, denn wer nicht zahlt, dem droht am Ende eventuell sogar eine Haftstrafe. Seit 2013 erleichtert eine #EU Richtlinie ausländischen Behörden den Zugriff auf die Daten des Fahrzeughalters und Bußgeldbescheide werden schon seit 2010 in Deutschland vollstreckt, wenn es um eine Summe von mehr als 70 Euro geht. Einspruch muss bei der entsprechenden Behörde eingelegt werden, also der im Ausland. Liegt das Knöllchen bereits den Behörden in Deutschland vor, wird es etwas einfacher für den Fahrzeughalter. Auch wenn Sie am Ende die Strafe nicht zahlen müssen: der Verstoß wird in den Akten im Ausland festgehalten und kann manchmal Jahre später zu Problemen führen. Zwar gelten Fahrverbote oder ein Führerscheinentzug aufgrund ausländischer Bescheide für Deutschland nicht, aber beim nächsten Urlaub könnten Sie mit einem Fahrverbot belegt werden. #Straftzettel #Rechtsschutzversicherung