Als wenn es nicht schon kompliziert genug wäre mit dem Wein aus Italien: Über 70 #DOCG – Weine, die vielen #DOC, IGT bzw. IGP oder VdT/Vino – Etiketten. All das wird noch mit der Bezeichnung DOP und den zahlreichen Rebsorten ergänzt.

Herkunftsbezeichnung als Entscheidungshilfe beim italienischen Wein

Die Frage ist, wenn man sich am Anfang mit dem Thema #Wein befindet, wie orientiert man sich. Weinregionen? Rebsorten? Weinmacher? Ich schlage vor, mit den Herkunftsbezeichungen zu beginnen, um eine Basis zu schaffen. Hierzu sollte man wissen, dass im Sommer 2009 eine neue EU-Weinmarktordnung in Kraft trat. Damit sollten Herkunftsbezeichnungen vereinfacht und ein neues Qualitätssystem geschaffen werden. Im Frühjahr 2010 wurde dann das nationale italienische Weingesetz aktuell, welches das von 1992 ersetzte. Hier kam es zu grundlegende Änderungen, wie die Verwendung von alten und neuen Bezeichnungen oder eindeutiger formulierte Regularien. Da dies nicht gerade die Übersichtlichkeit für den Weinanfänger erleichtert, hier in kompakter Form die entsprechenden Erklärungen.

DOC-Weine

DOC steht für Denominazione di Origine Controllata. Es sind Weine mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung. DOC-Weine werden aus bestimmten Rebsorten hergestellt, die aus genau bezeichneten Regionen stammen müssen. Weiterhin werden Menge, Ausbau und Verarbeitung vorgeschrieben. Weine die den DOC-Status erreichen wollen, müssen zumindest fünf Jahre vorher die dafür erforderliche Qualität halten. Es gibt 332 verschiedene DOC Weine in Italien.

DOCG-Weine

DOCG steht für Denominazione di Origine Controllata e Garantita und beschreibt Weine mit kontrollierter und garantierter Herkunftsbezeichnung. DOCG ist die offiziell höchste und mit 72 Weinen kleinste Kategorie. Sie ist eine konsequent qualitative Weiterführung der DOC-Weine. Der Aufstieg von DOC zu DOCG ist nach frühestens fünf Jahren in der vorgeschriebenen Qualität möglich.

DOP-Weine

DOP gibt es seit 2009 und steht für Denominazione di Origine Protetta. Darin sind die früheren DOC und DOCG – Weine aufgegangen. Die Bezeichnungen DOP und DOC bzw. DOCG können parallel benutzt werden, da die beiden früheren Herkunftsbezeichnungen Bestandsschutz genießen. Weinmacher nutzen diese Möglichkeit, um ihre Produkte plausibel qualitativ abgrenzen zu können. DOP, DOC/DOCG – Weine werden sensorisch geprüft.

VdT – Vino da Tavola bzw. Vino

Im Vino da Tavola gingen vor 2009 die Weine ein, die in keine andere Kategorie passten oder besser – Vino da Tavola wurde bis Mitte der Neunzigerjahre zur Ausweichmöglichkeit für die Kreativität der Weinmacher. Hier fanden sich nicht nur schlichte Tischweine, sondern auch die besten Weine Italiens, die sich in der Folge dann wegen neuer Vorschriften in die IGT- Kategorie wieder einfanden. Offiziell beschreibt dies nun die unterste Qualitätsstufe. Aktuell wurde der Begriff VdT auf Vino reduziert.

IGT und IGP - Weine

IGT steht für Indicazione Geografica Tipica bzw. IGP für Indicazione Geografica Protetta. Die Ursprungsbezeichnungen dürfen analog verwendet werden.IGT ist der ältere Begriff und wird momentan (noch) eher eingesetzt als das seit 2009 gültige IGP. An sich liegen die Qualitätsansprüche unter jenen von DOC/DOCG bzw. DOP. In der Praxis finden sich hier aber auch zahlreiche Spitzenweine, die laut der EU-Weinmarktordnung nicht in die anderen Kategorien passen oder vom Weinmacher bewusst als IGT/IGP ausgezeichnet werden. Die 118 IGT/IGP-Weine müssen geografische sowie typische Charakteristiken aufweisen.

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