Zum einen war es natürlich ganz lustig, in Lederhosen eine kleine Verkaufsshow abzuziehen. Ja richtig, die Amis haben wirklich dieses Bild von uns im Kopf und tun alles, dieses zu schützen und darzustellen. Man lernt viele Leute kennen. Besucher, die nett zu einem sind, prägende Leute, deren Geschichte du sogar erfährst, aber vor allem Freunde, die mir bis heute noch geblieben sind und das war nun das wichtigste was ich mitnehmen durfte. Aber da war auch die Arbeit. Lasst es mich euch so erklären: Walt Disney World ist ein Vergnügungspark für Familien und haut nur jede erdenkliche Fantasie aus allen Rohren, um den Erwartungen der Gäste nicht nur gerecht zu werden, sondern ihre Gedanken und Emotionen in andere Spähren zu bringen und es funktioniert.

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Aber um das zu ermöglichen und unmengen an Summen zu kompensieren, die in die Show fließen, sind nun mal günstige Arbeiter und Budgetersparnisse an jeder Ecke nötig, um das Geld anderswo einzusetzen, sodass die Massen weiterhin gelockt werden. Und das ist die traurige Wahrheit hinter einem der bekanntesten und erfolgreichsten Unternehmen in der Unterhaltungsbranche. Angefangen bei übermäßigen Übersteuernden, die teils die 80 Stunden in der Woche überschritten und dies zum Alltag gehörte, weiter zu unsicheren Gegenden, weil ansässige Kriminelle wussten, dass ahnungslose Fremde von Walt Disney in gemieteten Apartments eingepfercht werden, bis hin zu geringen Löhnen und abzockerischen Scharmützeln war alles dabei, was einem den Aufenthalt vermiesen könnte. 4,53 $ standen mir die Stunde zu. Trinkgelder wurden uns verboten, damit wir klein gehalten wurden.

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Der Service erwirtschaftete für den einen Mitarbeiter lediglich 3$ die Stunde und überleben konnten sie nur, wenn das gesetzlich vorgegebene Trinkgeld von 15% übertroffen wurde. Die Differenz davon durfte eingesackt werden, was aber eher selten der Fall war. Weiter geht’s mit mit Debit Karten, die extra Gebühren aufwarfen, sollte man Geld direkt abheben wollen, da man verhindern wollte, das übermäßig Handgeld versteckt wird. So blieb das Geld auf dem Konto und das Unternehmen hatte die Übersicht über unsere Ausgaben. Auch für die Apartments wurde pro Person 100$ verlangt, was an sich nicht viel war aber mit 8 Menschen in einer 80 Quadratmeter Wohnung eindeutig überbewertet. Lustigerweise trafen wir zufällig jemanden von der Sponsorenfirma Coca Cola, die uns vermittelten und stolz in Erfahrung bringen wollten, wie es uns doch gefiele, in besagten Apartments „umsonst“ zu wohnen, da der Sponsor seit über 5 Jahren die Kosten für die vielen Wohnmöglichkeiten übernahm. Abgerundet wurde das grausame Spiel des Global Players durch die bereits erwähnte Gegend, die mehr als unsicher war.

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Frauen wurden gebeten, nach einbruch der Dunkelheit nicht zu Fuß zu gehen, da sonst ein hohes Risiko der Vergewaltigung bestand. Gleiches galt für Männer, aber anstelle von Vergewaltigung, war die Gefahr groß, überfallen oder schwer verletzt zu werden.

Ich weiß die Frage ist naheliegend. Was zum Teufel hast du dort noch zu verlieren und warum verschwindest du nicht nach Hause?!

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