Auf dem Weg zum #Gardasee durchfährt man sie – die italienische Weinregion Trentino-Südtirol, ital. Trentino - Alto Adige. Eine Doppelregion, mit der Hauptstadt Trento deren Funktionen im Wesentlichen aber vom südtirolerischen Bozen wahrgenommen werden. Tatsächlich gibt es hier fünf unterschiedliche Hauptsprachgruppen. In Südtirol dominiert jedoch Deutsch vor Italienisch und im Trentino spielt Deutsch wiederum keine Rolle.

Auch wenn es sich um zwei autonome Provinzen handelt, so werden sie vom Weinanbau her als eigene Regionen betrachtet. Hier stehen insgesamt 15.500 Ha. Land unter Reben, davon 5.500 Ha. in Südtirol und 10.000 Ha.

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im Trentino.

Südtirol – Weine zwischen Durchschnittsniveau und Spitzenklasse

Bis in die 1980er Jahre war das Südtirol Lieferant von Massenweinen. Und ganz ehrlich gesagt ist das teilweise heute auch noch so; zumindest bei #Wein im unteren Qualitäts- und Preisniveau. Aber im Gegensatz zu früher lassen sich heute schneller eindeutig bessere Qualitäten finden - und die gewinnen zum Glück an Dominanz. Im Schnitt liegen die Hang- und Hügellagen hier zwischen 550 Meter und fast 1000 Meter Höhe im Etschtal von Meran bis Salurn, im Bereich Bozen und Brixen sowie im Vinschgau. Es gibt zwei Anbaugebiete mit DOC-Status: Kalterersee DOC, der bis ins Trentino hineinreicht und Südtioler DOC. Die Weine dürfen inklusive ihrer Unterzonen zweisprachig deklariert werden. Vernatsch, Lagrein und Gewürztraminer gelten als ursprüngliche Rebsorten.

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Vernatsch schaffte es einst bis nach Baden Württemberg und heißt dort Trollinger – abgeleitet von „Tirolinger“. Der aromatische Gewürztraminer stammt ursprünglich aus dem Raum Tramin und nicht, wie oft vermutet, aus dem Elsass. Viele Winzer haben sich wieder auf die heimischen Rebsorten konzentriert und füllen absolute Qualitätsprodukte ab. Selbst der Vernatsch (ital. Schiava), der gern als dünne, berüchtigte Massenware bevorzugt aus dem Bereich Kaltern in die Regale der Supermärkte kam, schwingt sich zu Qualität auf. Faire Handelspreise geben den Winzern mittlerweile entsprechenden Spielraum auf Qualität zu achten. Daneben rücken Grauburgunder, Blauburgunder und auch Chardonnay sowie gute Sauvignon Blanc zunehmend im Mittelpunkt.

Trentino – Wein zwischen Dolomiten und mediterranem Klima

Fast unmerklich geht eine Fahrt auf der Autobahn in Richtung Gardasee von Südtirol aus ins Trentino über. Je südlicher die Reise geht, desto mediterraner wird die Landschaft. Hier gedeihen Weine, deren Rebzeilen bis auf 1000 Meter hinauf reichen.

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Die großen Genossenschaftskellereien dominieren den Weinmarkt, einzelne kreative Weinmacher sind dagegen seltener auszumachen, aber es gibt sie glücklicherweise. Hier überzeugen bei den Rotweinen der mittelkräftige, interessante Marzemino und der kraftvolle Teroldego durch Eigenständigkeit und Typizität. Beim Weißwein zeigt der feine Pinot Grigio und der rassige Chardonnay als Rebsortenwein durchaus Klasse. Etwas besonderes sind im Trentino die hervorragenden Spumante. Hier werden Chardonnay und Pinot Nero nach Champagner-Art verarbeitet. Eine Spezialität in der Region #Trentino Südtirol ist die Nosiola-Traube. Sie ergibt säurearme, fruchtige Weißweine.

Weitere Teile dieser kleinen Serie:

Wein aus Italien – Genuss und Lebensfreude

Wein aus Italien – DOC, DOCG und andere Herkunftsbezeichnungen | Teil 2

Wein aus Italien - Piemont | Teil 3