Dem Brenner durch Südtirol und dem Trentino nach Süden folgen und dann noch ein paar Kilometer nach Rovereto – man ist im Veneto und dann am #Gardasee. Wohl ab hier galt für Goethe im Land zu sein, in dem die Zitronen blühen. Für den Weinreisenden der heutigen Zeit ist es eher „das Land, in dem es interessante Weine zu entdecken“ gibt.

Bardolino, Soave, Prosecco – nur mindere Massenprodukte?

Was kennt man an Weinen aus Venetien? Voran die unumgänglichen und offensichtlich massentauglichen Soave, Prosecco-Frizzante oder Spumante und den Bardolino. Das hört sich etwas respektlos an, bezieht sich aber nur auf die 08/15-Weine, die ebenso langweilig wie absolut nichtssagend sind.

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Eigentlich eine Frechheit und ein Betrug an der Weinsorte und am Verbraucher. Diese Weine, verantwortungsbewusst und in entsprechender Qualität hergestellt, sind wunderbare, frische und aromatische Produkte die Freude ins Glas bringen. Wer ein wenig auf den Hersteller achtet, evtl. Rat im Fachhandel sucht und um die zehn Euro ausgibt, wird den Unterschied zur Massenware sofort schmecken.

Was ist mit Prosecco?

Derer gibt es viele. Aber auch hier wird viel belangloses in die Regale gestellt. Die Glera-Traube erbringt die vielleicht besten Ergebnisse im Anbaugebiete Valdobbiadene und Conegliano. Die leichte Frizzante-Version ist das Sommergetränk schlechthin. Gut gemacht ist er eine geniale Erfrischung. Prosecco DOCG als Spumante erkennt man bereits an der Flasche und am Sektkorken. Hier ist mehr Alkohol im Spiel und die Perlage ist besonders fein und lang anhaltend.

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Eine Besonderheit beim Prosecco ist der Cartizze. Hierzulande nicht so oft zu finden aber eine vorzügliche Alternative zu Champagner oder Crémant.

Und die Rotweine?

Da gibt es Vorzügliches. Abgesehen vom Bardolino und Weine von internationalen Rebsorten wie Cabernet oder Merlot bieten #Valpolicella, Valpolicella Ripasso und Amarone auf Grund der zahlreichen Produzenten entsprechende Vielfalt. Die letzten drei sollten genau in dieser Reihenfolge verkostet werden, um die Steigerung sensorisch gut aufnehmen zu können. Valpolicella Ripasso wurde in den letzten Jahren immer beliebter. Fast jeder Weinmacher versucht sich darin, nur wenige können es wirklich. Beim Ripasso erhält der Valpolicella eine Zusammenführung mit dem überaus reichhaltigen Trester des kraftvollen Amarone. Das Ergebnis ist ein kleiner Amarone oder besser ein Valpolicella mit Tiefe, Kraft und fester Textur. Getoppt wird die Rotweinriege mit dem mächtigen Amarone. Ihn gibt es als Amarone Classico, Valpantena und Riserva. Die besten Lagen befinden sich in den Gemeinden Negrar, Sant’ Ambrogio di Valpolicella, San Pietro in Cariano und in Fumane.

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Die Rebsorten Corvina und Rondinella werden bis zu vier Monaten getrocknet. Durch den Schwund an Flüssigkeit werden Extraktstoffe, Säure und Zucker stark konzentriert. Schließlich hat man einen dichten, ungemein kraftvollen und hoffentlich ausbalancierten Wein mit bis zu 16 % Alkohol im Glas. Einfach nur großartig ein Amarone. Und das Veneto hat dazu noch einiges zu bieten, was man besuchen sollte - natürlich Verona und unbedingt das beschauliche Mantua. Oder Sie fahren einfach Richtung Peschiera del Garda, um dann in das Gebiet des Alto Mincio zu kommen. Halten Sie unbedingt in Borghetto sul Mincio. Es lohnt sich.

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