Der indische Monsun überschwemmt und verdreckt die Straßen in den Slums

Alle Jahre wieder überflutet der Monsun die Straßen in Mumbai. Slumbewohner müssen am meisten darunter leiden. Ihre Häuser bestehen aus einfachen Materialien. Feuchte Wände und Regenwasser im Innenraum sind daher Alltag. Man fühlt sich ähnlich wie in einer Steinzeithöhle. Doch das Schlimmste kommt erst noch: Der Müll und die Fäkalien von den öffentlichen Toiletten schwimmen durch die Überflutung auf die Straßen. Das lockt Malariamücken aus ihren Verstecken hervor. Auch Ratten tummeln sich zusammen und huschen durch die Häuser.„Der Gestank der Fäkalien ist so intensiv, dass ich mich beim Reinigen der Küche übergeben musste“, beklagt sich die Slumbewohnerin Saloni*..

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Indische Slumbewohner spielen häufig unbewusst mit dem Feuer

In Deutschland undenkbar: Schon längst wären die Straßen der #Slums abgesperrt. Die Einwohner hätte man aus Sicherheitsgründen evakuiert. Ein Wunder, dass es viele Slumbewohner lebend durch die Regenzeit schaffen. Wie ein Tanz mit dem Schicksal lebt man Tag für Tag mit der Gefahr an Malaria oder vielleicht sogar an Cholera zu sterben. Keiner hat sich geimpft. Als wäre alles so wie immer spielen Kinder auf den Straßen und ihre Eltern gehen zur Arbeit.

Das Ringen mit dem Tod ist in indischen Slums die alltägliche Gefahr

Der ca. acht jährige Sohn von Rakesh* ist tatsächlich schon mal an Malaria erkrankt. Er hat hohes Fieber gehabt und erhielt dann die erschreckende Diagnose. „Ich dachte schon ich hätte ihn verloren“, sagt seine Mutter besorgt.

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Es ist ihr einziger Sohn. In Indien ist dies die sichere Zukunft. Dieser wird später mal das Geld für die Familie verdienen. „ Wir haben uns schon oft wegen der Überflutung an die Regierung gewandt, aber der scheint es egal zu sein, was mit uns passiert. Erst wenn die Wahlen anstehen, schenken sie uns Beachtung“, beschwert sich Mohamad*. Die letzte Wahl in #Mumbai war im vergangenen Monat. Trotzdem hat sich die menschenunwürdige Situation der Slumbewohner bisher noch nicht geändert.

*Die Namen wurden geändert #Asien