Kaffee, Köln und Kerosin

Welche Farbe hat eigentlich Kerosin? Schwarz - wie Kaffee? Hellbraun - wie Café Latte? Oder unsichtbar - wie der Kaffee, die sich gerade (nicht) in meinem ökologisch-abbaubaren Bambus-Becher befindet.

Ich liebe Kaffee. Und Flughäfen. Und Kaffee an Flughäfen. Heute liebe ich diese Kombination sogar noch mehr, denn ich muss bereits vor Sonnenaufgang am Flughafen sein. Zum Glück hat ver.di den angekündigten #Streik doch noch mal verschoben. Das war bis kurz vor knapp noch offen und so hatte ich bis zuletzt befürchtet, anstatt des Kölner Doms in den nächsten Tage doch nur das Brandenburger Tor zu sehen.

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Aber noch mal Glück gehabt - fürs Erste zumindest.

Pünktlich um 6:25h hebt das Flugzeug mit mir und meinen Babies in #Berlin-Tegel ab.

Trotz Müdigkeit verkneife ich mir ein Nickerchen, schließlich will ich den herbeigesehnten Bord-Kaffee nicht verschlafen. Bevor dieser kommt, gehe ich aber vorsichtshalber noch mal aufs Klo - sehr zur Freude meiner genervt guckenden Sitznachbarin. Leider stellt sich das schnell als eine ziemliche Schnapsidee heraus, denn unterwegs versperrt mir einer der Getränkewagen den Weg. Ich warte brav eine Weile, klettere schließlich aber doch zwei fremden Männern über den Schoß, um rechtzeitig vor dem Kaffeewagen zurück an meinem Platz zu sein. Was macht man nicht alles für Kaffee. Schade nur, dass ich durch meine Klo-Kletter-Aktion die Getränke-Damen so aus dem Konzept bringe, dass sie vor lauter Verwirrung eine Sitzreihe komplett vergessen.

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Und zwar meine.

Aber egal, am Flughafen in #Köln gibt's auch Kaffee und ich habe noch mehr als genug Zeit vor meinem Termin. Kaum gedacht, entdecke ich auch schon eine sehr einladend aussehende Kamps-Filiale, die neben einigen vegane Optionen auch einen freien Blick aufs Rollfeld zu bieten hat. Perfekt. Ich bestelle ein Kürbisbrötchen und Kaffee.

"Bitte hier rein", sage ich mit einem Lächeln und strecke der Dame hinter der Theke meinen Bambus--Becher entgegen.

"Tut mir leid, wir dürfen keine fremden Becher befüllen", sagt die Dame.

"Im Ernst?", frage ich.

"Ja. Tut mir leid. Aber ich kann Ihnen einen Papierbecher geben und Sie können ihn dann umfüllen," sagt die Dame.

"Im Ernst?", frage ich.

"Ja", sagt sie.

"Nein danke. Das kann ich mit meinem ökologischen Gewissen nicht vereinbaren", sage ich und gehe schweren Herzens in den Kaffee-Streik... Für ca. 3 Minuten, denn dann komme ich bei Starbucks vorbei, wo man nicht nur den fremden Becher befüllt, sondern mir dafür auch noch €0,30 Rabatt gibt.

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Schade Kamps. In Punkto Nachhaltigkeit gibt es noch einiges zu lernen.

Selbst McCafé honoriert das Mitbringen eigener Becher mit einem Rabatt von €0,22. Das habe ich heute rausgefunden, als ich mir am AirBerlin Schalter mein Deutsche Bahn Ticket abgeholt habe. Denn jetzt raten Sie mal, wo an meinem Rückflugdatum nun doch gestreikt wird?

Danke Bodenpersonal in Berlin-Tegel. So günstig komme ich selten zum Bahn fahren. Außerdem kriege ich nun den Kölner Dom und das Brandenburger Tor sogar an einem Tag zu sehen - denn beides liegt auf meinen Wegen von / zum Hauptbahnhof.

Ich bin eben doch ein Glückspilz!