Wir staunten nicht schlecht, als wir eines nachts diesen Käfer am Boden entdeckten. Die Sommerferien in Südfrankreich hatten in diesem Moment begonnen. Und wir wollten natürlich als Erstes gleich ans Meer, wie dies für uns Schweizer normal ist. Aber dann war da, wie gesagt, dieser Käfer.

Huch, es faucht

Das Erstaunliche - das überdurchschnittlich grosse Tier - faucht auch noch. Unbeschreiblich, wenn er einem auf der Hand sitzt. Seine Beine sind wie Kletten, und dann noch diese Geräusche.

Der Größte

Bei späterer Recherche erfuhren wir, dass der Käfer einer der größten Vertreter dieser Familie ist.

Der Walker (Blatthornkäfer, Scarabaeidae; Polyphylla fullo) kann offensichtlich zwischen 25-35 mm lang werden.

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Die Art ist geschützt.

Auf der Fach-Website www.arthropods.de steht: 'In der Färbung und Form stellt er die einzige Art der Gattung in Mitteleuropa dar.'

Wir haben es also mit einem dieser sagenumwobenen Skarabäus-Käfern zu tun, die bereits im Altertum über Glück und Unglück entschieden (Aberglaube)? Immerhin gehört er ja zu den Scarabaeidae?

Kein "Pillendreher'

Nach weiterer Recherche kam raus: Nein, nicht der toll gemusterte Käfer, den wir in Südfrankreich antrafen, ist das Objekt des Aberglaubens, sondern effektiv der Mistkäfer.

Skarabäen (Glückskäfer) sind laut Angaben der Fachpresse Abbildungen des Heiligen Pillendrehers (Scarabaeus sacer). Diese kommen vor allem als kleine Amulette vor. Wie es bis heute an entsprechenden Feriendestinationen zu erkennen ist, gehen doch solche neu hergestellten Amulette sehr gut als Souvenir durch.

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Unser Walker hier, den wir in Südfrankreich antrafen, ist also keiner mit dem sich jemand schmücken würde, selbst wenn er sich farblich deutlich von seinem Verwandten, dem pechschwarzen Mistkäfer, abhebt.

Warum Walker?

Wir denken als erstes vielleicht: Moment mal, Walker? Das kommt doch vom englischen 'to walk' - also 'gehen'. Aber jeder Käfer 'geht' doch, um sich fortzubewegen. Auch hier musste zunächst wieder recherchiert werden.

Vergessen wir also unsere Englischkenntnisse für eine Minute, denn: 'Der deutsche Name Walker ist bereits im 18. Jahrhundert belegt." Schreibt ein Mitglied von 'Wikipedia', weiter: '[Der Name Walker] wird vom Geräusch hergeleitet, das durch die Stridulation (anm: Reibung) einer Kante des vorletzten Hinterleibsegments und einer Leiste am Hinterflügel entsteht und das an das Walken von Leder oder Stoffen erinnert.'

Die Sommerferien hatten begonnen.

http://de.blastingnews.com/entertainment/2017/10/pokemon-go-timeline-fur-pvp-battle-und-gen-3-gerade-von-niantic-bestatigt-002085475.html

http://de.blastingnews.com/wirtschaft/2017/10/elektroauto-revolution-toshiba-bringt-superakku-auf-den-markt-002071969.html #Geschichte #Frankreich #Tierschutz