Cristiano Ronaldo setzte sich am Montagabend gegen Manuel Neuer und Lionel Messi bei der #Fifa-Weltfußballer Wahl 2014 durch und gewann seinen dritten Ballon d'Or. Nach seiner eher ruhigen und gefassten Dankesrede überraschte er das Publikum zum Abschluss allerdings mit einem röhrenden Schrei.  Dafür erntete #Cristiano Ronaldo weltweit Hohn und Spott. Der Schrei hat bereits jetzt Kultstatus erreicht: Unterschiedlichste Videos mit Ronaldos Schrei als Protagonist verbreiteten sich innerhalb weniger Minuten weltweit auf Facebook, Twitter und Co.

Viele fragten sich, was wohl in ihn gefahren sei und was es mit diesem Schrei auf sich hatte. Am Ende der Fifa-Gala erklärte Cristiano Ronaldo der Presse, dass es sich „um einen Kampfschrei“ handele, der bei dem aktuellen Kader von Real Madrid seit einigen Jahren Tradition habe. Aber wie begann diese Tradition der Madrilenen und was hat es damit auf sich?

Einem Bericht der spanischen Sportzeitung „Marca“ zufolge, etablierte sich diese Gewohnheit bei den Spielern der Königlichen bereits im Jahr 2011, während Real Madrid durch die USA tourte. Mit einem lauten und kräftigen „uuuuh“ feierten die Madrilenen ansehnliche Tore und Spielzüge während des Trainings. „Neue Saison, neuer Code“, titelte die „Marca“ am 17. Juli 2011. „Die Spieler von Real Madrid erschienen in Los Angeles mit einem einschüchternden Kampfschrei, mit dem sie gute Leistungen ihrer Mitspieler, Tore oder gewonnene Trainingsspiele feiern.“

Der Kampfschrei, welcher sich anhört wie eine Mischung aus einem Brüllen und dem röhrenden Brunftschrei eines Elchs, wurde auf dem Trainingsgelände der University of Los Angeles während Real Madrids USA-Tour geboren. Seither ertönt, wann immer ein Cristiano Ronaldo, Benzema, Bale oder James im Training ein sensationelles Tor schießt, Sergio Ramos den Ball klärt oder Iker Casillas eine Parade macht, ein lauter Schrei in Madrid.

Wurde di Stéfano vergessen?

So sehr die Auszeichnung von Cristiano Ronaldo in Madrid gefeiert wurde, gab es dennoch einen Aspekt der den Verantwortlichen und den Fans von Real Madrid etwas bitter aufgestoßen ist: Die Tatsache, dass Alfredo di Stéfano, die im Juli vergangenen Jahres verstorbene Real Madrid-Legende, nicht gewürdigt wurde. Die Spanier sind der Ansicht, dass dem Ehrenpräsidenten der UEFA und Viertplatzierten der FIFA-Wahl zum Spieler des Jahrhunderts eine ähnliche Ehrung hätte zuteilwerden müssen, wie es beispielsweise letztes Jahr bei Eusébio der Fall war.

Zwar war die Ehrung von di Stéfano ein geplanter Teil des Abendprogramms, das etwa einminütige Video wurde allerdings während der Gala nicht ausgestrahlt.

„Wir wissen nicht was da los war, aber die FIFA und die UEFA haben di Stéfano bereits zu Lebzeiten geehrt“, kommentierte Reals Präsident Florentino Pérez den Vorfall. „Vielleicht haben die Verantwortlichen entschieden, dass die Gala eher zum Feiern und weniger zum Gedenken gedacht sei.“ #Fußball