Der große FC Bayern München kommt und das Stadion ist ausverkauft. Keine Überraschung, Normalität? Im Normalfall schon, denn wenn die Bayern auswärts spielen, kommen die Menschen in Scharen ins Stadion. So wird es auch am Freitag (23.02.2015, 18 Uhr; live auf SPORT1) sein. Das Ruhrstadion ist ausverkauft, wenn die Meistertruppe von Trainer Pep Guardiola gegen den Zweitligisten aus dem Ruhrgebiet antreten wird. Was ungewöhnlich ist: Das Ganze ist "nur" ein Freundschaftsspiel. Und es ist das erste Spiel der gesamten Saison vor ausverkauftem Haus in Bochum. Keines der 11 Heimspiele inklusive des Pokalspiels gegen Erstligist VfB Stuttgart hat das bisher geschafft. Im Schnitt besuchten in dieser Saison knapp über 18.000 Fans die Heimspiele des VfL in der Liga und im Laufe der Saison ließ die Zuschauerzahl immer mehr nach.

Der Grund für die sinkende Nachfrage bei Heimspielen des VfL ist schnell gefunden: Zuhause läuft es einfach nicht. Nur eins der zehn Heimspiele wurde gewonnen, das Standard-Resultat war ein 1:1 - #Fußball in Bochum: zuletzt eher langweilig und zäh.

Neuer Trainer soll die Wende bringen

Nach dem Rauswurf von Peter Neururer steht jetzt Gertjan Verbeek an der Seitenlinie des VfL. Er soll den Verein endlich wieder in die Bundesliga führen. Auch wenn dieses Ziel eher als Fernziel zu werten ist, werden die Bochumer Verantwortlichen doch nicht müde, immer wieder zu betonen, man wolle möglichst schnell zurück in die erste Liga. Von der Leistung der Mannschaft und der Umsetzung seiner Ideen im Trainingslager zeigt sich Verbeek jedenfalls beeindruckt, auch wenn noch viel zu tun sei.

Am Freitag werden sicher sehr viele Anhänger des FC Bayern, die im Ruhrgebiet wohnen und einmal live bei einem Spiel der Roten aus dem Süden dabei sein wollen, im Stadion sein. Dennoch ist es erstaunlich, dass ein Freundschaftsspiel, bei dem es um nichts geht, bereits einen Monat vorher ausverkauft ist, während es im letzten Heimspiel des Jahres 2014 nur knapp 12.000 Fans ins Stadion geschafft haben. Es wird deutlich, wie sehr sich die Fans des Traditionsvereins nach der Bundesliga sehnen. Und so starten die Fans des VfL jedes Jahr mit großem Optimismus in die neue Saison, das Stadion ist gut gefüllt mit 25.000 Zuschauern, doch schnell weicht der Optimismus dem grauen Realismus und die wenig begeisternde Mannschaft zieht immer weniger Fans an. So ein Freundschaftsspiel gegen den großen FC Bayern, vor einem mit 29.299 Zuschauern ausverkauften Haus - das lässt die VfL-Seele an die guten alten Tage denken, zu der man als "unabsteigbar" galt und jede Saison solche Spiele hatte.  

Nun steht am Freitag der erste Härtetest für den neuen Trainer an. Wenn der FC Bayern kommt, wird seine Mannschaft unter Beweis stellen müssen, wie sie gegen einen übermächtigen Gegner zurecht kommen. Auch wenn das nicht die Aufgaben widerspiegelt, die der VfL in dieser Saison noch zu bewältigen hat - sollte der VfL eine passable Vorstellung abliefern, wird er zumindest mit viel Selbstvertrauen zum ersten Pflichtspiel des Jahres 2015 nach Berlin an die alte Försterei fahren. Und wenn Verbeek es schafft, dass die Gegner "wieder Angst haben, nach Bochum zu kommen", dann wird sich auch das Ruhrstadion bald wieder mehr füllen - nicht nur bei Spielen gegen Hochkaräter wie dem FC Bayern.
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