Manchmal bewegen sie sich grazil, anmutig und schleichend. Und in anderen Momenten wirbeln sie ziemlich wild und kraftvoll über das Parkett. Die Art zu tanzen scheint in der Augsburger Tanzschule von Tina Klewin ungemein vielfältig. Eines haben die Disziplinen dennoch gemeinsam: Sie sprühen vor Leidenschaft und auch die Tänzerinnen sind sich einig: „Es macht Spaß!“ – Bereits sehr junge Mädchen begeistern sich für den Tanz. Das Besondere an ihrem Unterricht? Sie sind nicht nur die, die lernen. Bei Tina dürfen sie ihre eigenen Ideen einbringen.

„Ich bin die Leiterin der Ballettschule Táncvilág und der Poledance Academy Augsburg und baue gerade die Schule auf“, beschreibt Tina Klewin aus Augsburg sich selbst und ihre derzeitige Tätigkeit. Schon von Kindesbeinen begeisterte sie sich für den Tanz und nahm ab ihrem siebsten Lebensjahr Ballett- und Jazzdance Unterricht. Schließlich hat sich die ausgebildete Bühnentänzerin und Diplomtanzpädagogin mit der Eröffnung ihrer eigenen Tanzschule in Augsburg letztes Jahr einen Lebenstraum erfüllt. Über Bekannte lernte sie den Inhaber der Tanzschule Huber in Stadtbergen kennen. Der bot ihr darauf an, sich dort stundenweise einzumieten. „Das war perfekt von der Lage“, schwärmt die Expertin über die Lage der Räumlichkeiten, in denen sie seit letztem Jahr Februar unterrichtet. Ihre mittlerweile fünfzig Schülerinnen liegen in der Altersspanne zwischen 4 und 50 Jahren und beweisen auch in deren Tanzdisziplinen Facettenreichtum: Hier schwingen sie bei Jazzdance oder Hip Hop die Gliedmaßen oder lassen bei Zumba, Poledance oder Kindertanz ihre Körper kreisen. Leichtfüßig geht es hingegen beim Ballett zu. Doch die Aufgabe der Leitung eines Tanzschule umfasst noch weitere Arbeit und so plant sie nebenher Aufführungen sowie Auftritte, die Kurse und auch das Marketing ihrer Einrichtung hält sie fest in ihren Händen. Das alles lässt sie so einfach aussehen, wie die Choreographien, die sie immer wieder mit ihren Schülerinnen einstudiert und regelmäßig trainiert. Die Inspirationen sind oft eigene Kreationen, doch auch für fremde Eindrücke ist sie dankbar. Diese mixt sie aus dem Fernsehen, Workshpos sowie aus Vorschlägen ihrer Tanzschülerinnen zu einem eigenen, unvergleichbaren Stil zusammen. Neue Vorschläge sind Tina zufolge stets willkommen und so motiviert sie ihre Tänzerinnen sogar zu neuen Einflüssen. „Natürlich dürfen die einzelnen Mitglieder meiner Tanzschule die Choreografien mitgestalten. Das sollen sie sogar! Entweder sie schlagen was vor aus Fernsehen und Videos vor oder wir üben ein freies Tanzen. Jeder bewegt sich wie er möchte zur Musik und die schönsten Bewegungen bringen wir in die Tänze mit ein“, erklärt sie den kreativen Prozess.

Besonders stolz ist sie auch auf ihre Hip Hop – Gruppe. „Dynamisch, kraftvoll, anspruchsvoll und immer angesagt“, beschreibt die Lehrerin den Tanzstil und genau so sieht sie auch die heranwachsenden Mädchen. „Einfach cool!“, fügt Tina lachend hinzu. Ihre Mädchen, das sind junge Tänzerinnen im Alter zwischen elf und 13 Jahren, die durch Freundinnen oder Kursmitglieder in ihren letzten Sommerferien zu dem ausdrucksstarken #Sport gekommen sind. „Es macht Spaß und ist nebenbei auch sportlich“, sagt die elfjährige Sarah Kreuzer aus Steppach und die 13-jährige Annika Buchholz ergänzt die Aussage noch: „Tanzen ist einfach toll!“Die Ausgelassenheit ist den Mädchen anzumerken und gerade deswegen empfehlen sie den Sport auch anderen Gleichaltrigen. – Dass trotz des Spaß-Faktors nicht immer alles simpel ist, sehen die noch sehr jungen Talente als Herausforderung. „Synchron zu bleiben ist nicht immer so einfach“, sagt die 13 Jahre alte Saskia Schenk und die anderen pflichten ihr dabei kopfnickend zu. Damit das mit der Gleichmäßigkeit dennoch klappt steht für das Power-Trio eines beim Tanzen im Vordergrund: Üben, üben, üben. Denn ab und zu führen sie ihre schnellen Schrittabfolgen auch auf. Für die 13 Jahre alte Sara Döhr aus Diedorf gehören Aufführungen zu den Highlights beim Tanzen. Letztes Jahr zum Beispiel stellten die vier ihr Können bei der Weihnachtsfeier Mitte Dezember bei der Aufführung „Suris kleines Weihnachtsmärchen in Stadtbergen zur Schau. Und das für einen guten Zweck: Mit ihrem Hobby unterstützten Sarah, Annika, Saskia und Sara die Augsburger Rettungshundestaffel.

Doch Tina Klewin hat schon wieder neue Pläne, weil Tänzerinnen bekanntlich nie still stehen. Und die Pläne sind innovativ wie die Tanzstile, die sie anbietet. Ab August soll für die Kinder, Jugendlichen und Frauen in der Institution Selbstverteidigung angeboten werden.