Lange wurde es vermutet, jetzt besteht Klarheit: Die vom #Fußball-Weltverband einberufene Taskforce gab heute bekannt, dass die Weltmeisterschaft 2022 in den Wintermonaten stattfinden wird. Aufgrund der hohen Temperaturen wäre eine Fußball-Weltmeisterschaft in Katar während des Sommers nur schwer durchführbar gewesen.

#Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke pries die Verschiebung auf November/Dezember als "Lösung" an, laut einer Mitteilung des Weltverbandes stehen alle sechs Kontinentalverbände "voll hinter den vorgeschlagenen Turnierdaten." Der alternative Termin im Winter, eine WM im Januar und Februar, wäre mit den Olympischen Winterspielen 2022 kollidiert und kam so nicht in Frage. Auch der Vorschlag von Karl-Heinz Rummenige, Vorsitzender der internationalen Klubvereinigung ECA, die WM um einige Wochen ins Frühjahr vorzuziehen, sei wegen des beginnenden Ramadan und möglicherweise schon zu hohen Temperaturen nicht möglich.

Die finale Entscheidung steht noch aus und wird beim nächsten Treffen des FIFA-Exekutivkomitees am 19. und 20. März getroffen werden. Eine Änderung oder gar Ablehnung des Vorschlags gilt jedoch als sehr unwahrscheinlich. Dort soll zudem über den genauen Termin und den verkürzten Spielplan entschieden werden.

Der Vorschlag stieß auch auf Kritik, vor allem aus Europa. Richard Scudamore, Premiere-League-Boss und Mitglied der FIFA-Arbeitsgruppe, bewertete das Ergebnis als "sehr enttäuschend." Eine Winter-WM hätte unweigerlich eine Unterbrechung der europäischen Top-Ligen, die den größten Teil der Spieler abstellen, zur Folge. Es werden zudem deutlich zu hohe Belastungen für die teilnehmenden Spieler befürchtet. Die Konsequenzen für den Fußball im Amateurbereich sind ebenfalls noch offen.

Auch abseits des Fußballs stieß der Vorschlag auf wenig Begeisterung. Für Franz Steinle, Präsident des Deutschen Skiverbandes, sei es unverständlich, "dass sich die FIFA erst zu einem so späten Zeitpunkt Gedanken darüber macht, welche klimatischen Verhältnisse in Katar herrschen." Zu dieser Zeit fänden "bereits zahlreiche hochkarätige Skisport-Veranstaltungen statt," die nun in Konkurrenz zu einem der größten Sportereignisse der Welt treten müssen.

Unsicherheit besteht auch noch über den Confederations Cup 2021. Die Generalprobe der WM könnte in ein anderes Land verlegt werden, um die Temperatur-Probleme des katarischen Sommers zu umgehen. Eine Option sei es, diesen in ein Land der Asiatischen Fußball-Konförderation (AFC) zu verschieben. Im Gegenzug könnte die Klub-WM in Katar stattfinden.