Der deutsche #Fußball hat möglicherweise seinen Doping-Skandal. Die Evaluierungskommission der Freiburger Sportmedizin, die sich mit einer möglichen Doping-Vergangenheit der dortigen Universität beschäftigte, kam zu dem Ergebnis, dass in den „späten 1970er und frühen 1980er Jahren“ beim VfB Stuttgart und SC Freiburg vor allem mit Anabolika gedopt worden sei.

Andreas Singler, Mitglied der Evaluierungskommission, der laut SID-Informationen die Befunde ohne Rücksprache mit seinen Kollegen veröffentlichte, spricht von erstmals sicheren Befunden über Anabolikadoping im Fußball.

Eine tragende Rolle bei einem möglicherweise systematischen Doping kommt vermutlich Armin Klümper zu. Klümper war 1976 Verbandarzt im Bund Deutscher Radfahrer (BDR), ihm schwebte eine umfassende und organisierte medizinische Betreuung von Spitzensportlern vor. Hierfür erstellte er einen „Grundplan“ für das Training, wann welche Medikamente und in welcher Dosierung eingenommen werden sollten. Ihm werden auch Kontakte zu ehemaligen Profi-Fußballern nachgesagt.

Hans Sundermann, Trainer des VfB Stuttgart bezeichnet die Vorwürfe dem SID gegenüber als „absurd“, er könne sich „das überhaupt nicht vorstellen und halte das für völlig ausgeschlossen.“ Die Schwaben stiegen 1977 nach zwei Jahren in der zweiten Liga in die Bundesliga auf und wurden 1984 Deutscher Meister.

Der Verein erklärte derweil in einer Pressemitteilung, dass er nicht nachvollziehen könne, „worauf die Vorwürfe fußen beziehungsweise ob und wenn ja in welcher Form sie zutreffend sind“, da ihm das Gutachten nicht vorliege. Er sei aber "im Sinne eines sauberen Sports an der lückenlosen Aufklärung des Sachverhaltes interessiert."

Ähnlich äußerten sich auch die Freiburger. Der damalige Zweitligist bemängelt ebenfalls, die Vorwürfe nur aus der Presse und einem kurzen Abstract zu kennen und er könne „aktuell nicht bewerten, wem die genannte Lieferung galt und wer sie angeordnet hat.“ Auch die Freiburger erteilen „jeglichen Maßnahmen zu Medikamentenmissbrauch und unerlaubter Leistungssteigerung eine klare Absage“ und sicherten der Kommission ihre Unterstützung zur Aufklärung der Klub-Historie zu.