Bereits als Kleinkinder begannen Laura Hitzler, Sarah Eckert, Anna-Maria Thrä und Sophia Faist mit dem Turnsport. Seitdem studieren die Mädchen mehrmals pro Woche waghalsige Turn-Choreographien ein. Trotz einem straffen Trainingsplan und anspruchsvollen Übungen wollen die vier vor allem eins: Nie den Spaß am Turnen verlieren.

Wuchtig wummern die Bässe des Hits "Animals" von Martin Garrix an diesem Samstag durch die Turnhalle der bayerischen Kleinstadt Friedberg. Dazu stemmt die 14 Jahre alte Laura Hitzler aus Alsmoos ihre Hände auf den Schwebebalken, stößt sie sich energisch vom Boden ab und streckt ihren Körper kerzengerade zum Handstand nach oben. Dann lässt sich Laura, die schon seit 2006 turnt, elegant wieder auf die Füße gleiten, tänzelt etwas zu den wummernden Rhythmen im Hintergrund und springt dann mit einem Salto auf die Matte vor ihr. "Wichtig ist bei dem #Sport die Reaktion vor und nach den Elementen", erzählt sie. Mit einem Element meint das junge Mädchen die einzelnen Übungen, die man beim Turnen auf Geräten wie Schwebebalken, Barren oder dem Boden vollführt. Schon seit Wochen trainiert sie Drehungen oder Sprünge, und bereitet sich so für die deutsche Jugendmeisterschaft in Heidelberg am kommenden Samstag. "Während der Qualifikation dazu konnte man die Spannung in der Halle förmlich spüren", erinnert sich das sportliche Talent, das nach der Bayerischen Landesmeisterschaft ihren für den bundesweiten Wettbewerb sicherte.

Über den Schwebebalken nebenan balanciert Sarah Eckert aus Friedberg. Die 16-Jährige turnt bereits seit mehr als elf Jahren aus und kam durch das Kinderturnen zum TSV Friedberg. Seitdem trainiert sie ihre Kräfte und Techniken ambitioniert vier Mal bis zu drei Stunden pro Woche. Ihre Choreografien gestalten sich äußert abwechslungsreich. "Dazu übt man die einzelnen Elemente und setzt sie dann zusammen", strahlt sie. Gerade in diesen vielfältigen Variationen liegt für die talentierte Sportlerin die Faszination an dem Einzelsport, der den ausübenden Sportlern Energie und Konzentration abverlangt. "Zwar ist größte Herausforderung ist die Überwindung, aber man sollte nie aufgeben", sagt Sarah.

Der 16-jährigen Sophia Fast wurde das Turnen hingegen bereits in die Kinderwiege gelegt. Als Tochter einer Trainerin ging sie eines Tages einfach zu ihrem ursprünglichen Verein in Illertissen mit. Selbst die Auflösung der Organisation hielt sie nicht von ihren sportlichen Plänen ab und so wechselte die Schülerin kurzerhand zum TSV Friedberg, "Klein, kräftig, beweglich, ehrgeizig und mutig", antwortet sie sofort auf die Frage nach den Eigenschaften, die eine erfolgreiche Sportlerin ausmachen sollte. Trotz vieler sportlicher Errungenschaften wie die gewonnene Bayerische Meisterschaft vor drei Jahren und ihr Mitwirken in der zweiten Deutschen Bundesliga ist ihr höchstes Ziel, den Spaß am Sport nicht zugunsten von übermäßigem Ehrgeiz zu verlieren und die Wettkämpfe locker zu sehen.

Auch die 16 Jahre alte Anna-Maria Thrä aus Eisingersdorf begann ihre ersten Schritte im zarten Kleinkindalter und konnte sich mit der nötigen Disziplin den Titel "Schwäbische Meisterin" erkämpfen. Doch Geräteturnen ist für sie alles andere als ein egoistischer Sport und so begeistert sie gerade der Teamgeist, den sie beim Turnen erfährt. Selbstbewusst verrät die aktive Schülerin zum Schluss ihr Erfolgsgeheimnis: "Man soll beim Turnen nicht so viel denken, sondern einfach machen!"