Wenn man den Begriff "Poledance" hört, denkt man meiste automatisch an verruchte Bars oder Stripclubs, in denen halbnackte Frauen in Netzstrümpfen sich lasziv an der Stange räkeln und von Männern mit Geldscheinen beworfen werden. Dies ist ein Image, das sich als schwer abzuschütteln beweist und bei den meisten Menschen eine Reihe an Vorurteilen auslöst. Doch bereits mehr als 1.000 begeisterte Frauen, allein in Wien, sprechen dagegen und schwärmen von den zahlreichen Kursformaten, die bereits angeboten werden und sie auf keinen Fall in Richtung Rotlichtmilieu treiben.

Im Februar 2010 wurde PoledanceVienna, das erste Poledance-Studio Wiens von Ines Beranek gegründet und da die Nachfrage sofort sehr hoch war, expandierte sie bereits im August 2010. Mittlerweile besitzt sie vier Studios in Wien mit einem Angebot von über 90 Kursformaten, die von den klassischen Pole-Levels (1-12) über Pole-Choreographie-Kurse und Tanzkurse an der drehenden Stange, sowie Kurse ohne Stange und Stretching-Kurse reichen. Sogar Zirkus-inspirierte Kurse wie Aerial Hoop, -Silk, -Rope, -Hammock, Trapez und Akrobatik werden angeboten.

Das Innere eines Poledance-Studios ist alles andere als zwielichtig oder dubios. Man wird von Couches, lila und pinken Yogamatten und einem gemütlichen und hellen Interieur begrüßt und kann gar nicht anders, als sich sofort wohlzufühlen. Dass man bei diesem Tanzsport leicht bekleidet ist, ist wahr, jedoch geht es dabei nicht darum, besonders sexy auszusehen. Für einen sicheren Halt an der Stange benötigt man freigelegte Haut, da man mit einer langen Hose abrutschen würde und keinen Trick/ keine Figur halten könnte.

Sowohl Pole-Trainerinnen als auch Schülerinnen bestätigen, dass Poledance eine ernstzunehmende Sportart ist, bei der viel Kraft, Körperbeherrschung und Flexibilität benötigt werden. Es ist ein Training für den ganzen Körper, bei dem fast alle Muskeln beansprucht, und von Level zu Level aufgebaut werden. Jede Stunde, ob Level, Choreographie oder Stretching, wird am Anfang mit einem intensiven Aufwärm- und Krafttraining begonnen, was den Vorwurf aussticht, sich nur um die Stange zu drehen und sich an ihr festzuhalten, wie es in Stripclubs geschieht.

Zahlreiche Wettbewerbe werden bereits veranstaltet, um der ganzen Welt zu zeigen, dass Poledance ein seröser Tanzsport ist. Laut einem Artikel in der "Woman" fand der erste Miss Pole Dance World-Wettbewerb im November 2005 in Amsterdam statt. Im Mai 2013 fand die erste nationale Pole Dance-Meisterschaft Österreichs (Miss & Mister Pole Dance Austria - abgekürzt MPDA) statt.

Es gibt folgende Kategorien: Damen (Amateur, Semi-Professional, Professional), Herren und Doubles.

Laut der Website der MPDA richtet sich der Wettbewerb an alle Pole-Tänzerinnen und Tänzer in Österreich. Das Ziel dieses Wettkampfes ist es, Poledance als Tanz-Sportart in Österreich zu promoten und Talenten die Möglichkeit zu geben, ihr tänzerisches und artistisches Können zu präsentieren. 2015 wird die MPDA am 4. Juli im Theater Akzent in Wien stattfinden.

Es sieht nicht so aus, als wäre Poledance bloß ein kurzweiliger Fitnesstrend. Wir sollten bereit sein, die Vorurteile, die an dem Tanzsport haften, beiseite zu schieben und die Vorstellung zulassen, dass er eine vielschichtige Art der Bewegung ist, die sich mit jeder Form von Tanz und #Musik verbinden lässt. Poledance ist schweißtreibend und ja, es gibt am Anfang sehr viele blaue Flecken, doch die Tänzer und Tänzerinnen werden bestätigen, dass es jede Schramme wert ist. Bei den meisten ist es Liebe auf den ersten Spin. #Hobby #Sport