Der linke Fußballschuh des Raphael Holzhauser mag seit der 84. Minute des 312. Wiener Derbys Gold wert sein. Da nämlich führt der 22-jährige Austria-Mittelfeldspieler einen Freistoß aus halbrechter Position aus, sein Flankenball findet in seinem Mannschaftskollegen Vanche Shikov den geeigneten Abnehmer und hat das in der Generali-Arena viel umjubelte 2:1 gegen Stadtrivalen Rapid zur Konsequenz. Holzhausers zweite Vorlage an diesem Tag ist aber nicht nur Balsam für violette Fan-Wunden, er wird auch seinem Trainer Gerald Baumgartner nach zuvor ausbleibenden Erfolgen maßgeblich zum Verbleib im Amt verholfen haben.

Austria beginnt nervös - Rapid nutzt Fehler

Dabei hat es zu Beginn einer umkämpften Partie lange Zeit nach einer Fortsetzung der violetten Pleitenserie ausgesehen. Der Austria war die Verunsicherung nach den Niederlagen gegen Wiener Neustadt und Sturm Graz an den beiden Spieltagen zuvor anzumerken. Das Spielgerät zirkulierte nur selten über mehrere Passstationen in den eigenen Reihen, Rapid hingegen - ohne Fans angereist, der Gäste-Sektor blieb leer - präsentierte sich gewohnt aggressiv und nutzte einen der vielen Ballverluste im Spielaufbau der Heimmannschaft zur nicht unverdienten 1:0-Führung: Nach Abspielfehler von Austria-Innenverteidiger Tarkan Serbest, schloss Rapid-Kapitän und Jubilar Steffen Hofmann - das Derby war sein insgesamt 450 Spiel für Grün-Weiß - sehenswert in die rechte Kreuzecke ab.

Holzhauser waltet und schaltet

Die Austria schien - wie schon oft in dieser Saison - am Boden. Die Fans taten ihren Unmut mit Pfiffen und Sprechchören gegen den Trainer kund, der reagieren musste und noch in der ersten Hälfte für den unglücklich agierenden Serbest den zum Matchwinner avancierenden Raphael Holzhauser ins Spiel brachte. Dieser deutete schon mit seiner ersten Aktion seine Gefährlichkeit an: Rapid-Torhüter Nowota konnte seinen Flatterball nur mit Mühe bändigen. In weiterer Folge war der vom VfB Stuttgart im Winter verpflichtete Neuzugang an jeder gelungenen Offensivaktion seiner Mannschaft beteiligt, so auch beim Ausgleichstreffer: Seiner Hereingabe unmittelbar vor Pausenpfiff folgte Verwirrung in der Rapid-Hintermannschaft, die Austria-Verteidiger Lukas Rotpuller zum 1:1 nutzte.

Petsos schießt Austria nicht zurück in die Krise

Nach der Pause zeigte sich die Austria couragierter in den Zweikämpfen, die größte Chance galt es aber auf der Seite von Rapid zu verbuchen. Nachdem Austria-Verteidiger Ramsebner in der 73. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen hatte, vergab Schobesberger das wohl vorentscheidende 2:1 aus rund zwölf Metern. Dieses sollte dann prompt - wie eingangs beschrieben - auf der Gegenseite fallen: Holzhausers Traumflanke verwertete Vanche Shikov eiskalt. Der violette Jubel war groß. Der erste Schritt aus der Krise zeichnete sich ab - und gelang - wohl auch deshalb, weil Rapids Thanos Petsos kurz vor Spielende den Ball aus kurzer Distanz an die Stange setzte. #Fußball