Der FC Bayern München steht bereits Ende April als Meister 2014/15 fest. Als neutraler Beobachter kann man nur gratulieren und sich gleichzeitig überlegen, wie man die Bundesliga wieder spannender machen könnte. Ein Play-Off Finale wie im Eishockey auf vier gewonnene Spiele? Bayern München muss grundsätzlich immer mit der B-Elf antreten? Start der Bayern in die Meisterschaft mit minus zwölf Punkten? Aber im Ernst: wie stark ist die Bundesliga hinter den Bayern?

Die beste Liga der Welt oder nur das beste Marketing?

Ohne Zweifel - die Spiele der Deutschen Bundesliga sind attraktiv, die Fans zaubern eine tolle Stimmung in die Stadien. Jedes Team hofft, obwohl aktuell eigentlich aussichtslos, auch gegen die Bayern zu bestehen. In der Gruppenphase der laufenden Saison der Champions League haben sich die Mannschaften der Bundesliga gut geschlagen. Man holt die Punkte, die man machen muss um unter die Top-2 zu kommen. Bayer Leverkusen, Dortmund und Schalke haben es neben den Bayern in das Achtelfinale geschafft. Im Achtelfinale schaut aber die Bilanz ernüchternd aus. Geht es gegen echte Klassemannschaften bleiben nur mehr die Bayern im Rennen. Ähnliches Bild in der Europa League - nur Wolfsburg im Achtelfinale, Endstation im Viertelfinale.

RasenBallsport Leipzig

In Österreich regiert Red Bull Salzburg, in Deutschland versucht RB Leipzig im Schnelldurchgang in die Bundesliga vorzustoßen. Geld regiert den #Fußball, aber nicht den Ball. Dieser macht nach wie vor was er will. Der letzte, manchmal reale Trost, für Fußballromantiker. Auch der größte Traditionsverein widersteht nur selten, wenn ein Millionär mit Millionen wedelt. Dabei ist Fußball kein Geschäft im herkömmlichen Sinn, sondern schon eher eine spekulative Anlage. Leipzig wird den Aufstieg in die Bundesliga wahrscheinlich nicht schaffen, nur ein grandioser Endspurt könnte es noch möglich machen. Ähnliche Probleme gibt es ja auch in Salzburg. Schon einige Jahre versucht RB Salzburg in die Gruppenphase der Champions League einzuziehen. Geschafft hat es in den letzten Jahren nur Austria Wien.

Freie Marktwirtschaft

Es gab im Fußball einmal Zeiten, in denen war die Anzahl der Legionäre, die in einer Kampfmannschaft spielen durften, begrenzt. Diese Regelung würden auch heute noch viele für gut finden. Radikal weitergedacht würde Klub-Fußballeuropa ganz anders aussehen, falls bei Barcelona oder Real oder natürlich auch bei Bayern nur Spieler auflaufen dürften, die auch aus dieser Region stammen. Reizvoller Ansatz, aber undenkbar es umzusetzen. Allein wirtschaftliche Interessen und die freie Wahl des Arbeitsplatzes widersprechen diesem, für den Fußballsport selbst, aber sehr reizvollen Ansatz. Es wird also weiter möglich sein, dass eine spanische Mannschaft ohne Spanier gegen eine englische Mannschaft ohne Engländer antritt.

Sie werden es wieder versuchen - Bundesliga 2015/16

Es bleibt nur zu hoffen, dass die kommende Saison der Bundesliga auch in der Titelfrage bis zum Schluss, zumindest mathematisch, spannend bleibt. Bayern geht natürlich wieder als Favorit ins Rennen. Für Spannung muss die Konkurrenz sorgen. Mit Herz kann man im Fußballsport einiges wettmachen - das ist wohl die einzige Hoffnung jener Bundesligateams, die zumindest an einem sehr guten Tag auf Augenhöhe mit den Bayern spielen können. #Sport