Als Jürgen Klopp die Bombe platzen ließ und seinen Ausstieg als Trainer beim BVB bekannt gab, waren nicht nur die schwarz-gelben Fußballfans entsetzt, sondern auch die Vertreter der Werbebranche. Der beliebte Trainer steht nämlich nicht nur beim BVB, sondern auch bei zahlreichen Firmen unter Vertrag. Dazu gehört auch ein - ähnlich wie der BVB krisengeschüttelter- Automobilkonzern. Klopp, der privat Porsche fährt, begeistert sich in diversen Werbespots für die Marke Opel. Der Trainer ist seit 2012 als Markenbotschafter für den Automobilkonzern im Einsatz. Für Opel gehören Klopp und der BVB nicht zwangsläufig zusammen, um die Markenbotschaft zu transportieren. Die erste Reaktion der Opel-Marketingchefin Tina Müller nach der Pressekonferenz macht das deutlich: "Jürgen Klopp ist ein hervorragender Markenbotschafter für Opel und wir stehen voll hinter ihm!" Angeblich existieren zwei verschiedene Verträge, die unabhängig voneinander ausgehandelt wurden: Einer mit Jürgen Klopp als Markenbotschafter - und  ein zweiter, der das Sponsoring mit dem BVB regelt. Beide Verträge seien langfristig angelegt und würden auch bestehen bleiben, teilte Opel gegenüber Focus Online mit. Schon vor längerer Zeit sagte die Opel-Marketingchefin: “Er verkörpert in hervorragender Weise unsere Markenwerte: deutsch, nahbar und begeisternd”. In den sozialen Netzwerken wurde eine eigens zum traurigen Anlass angefertigte Plakatkampagne mit folgendem Wortlaut veröffentlicht: "ENTWARNUNG. KLOPP BLEIBT SCHWARZ-GELB! Auch in Zukunft gilt: Jürgen Klopp steht für Opel. Und wir stehen zu Jürgen Klopp." Ein weiterer Werbepartner reagierte in ähnlicher Weise wie der Opel-Konzern. Der BVB-Hauptsponsor Evonik kommentierte Klopps Rücktritt mit einer solidarischen Zeitungskampagne. Darin heißt es: “Typisch Kloppo: Für ein gutes Spiel wechselt er jeden aus – sogar sich selbst”.

Ganz persönlich: Ich habe Jürgen Klopp bei seiner ersten BVB-Pressekonferenz in Dortmund selbst erlebt und für einen privaten Fernsehsender interviewt. Mein persönlicher Eindruck war, dass es sich bei ihm um einen sympathischen Typen handelt, der andere mitreißen kann. Und das hat er in seiner Zeit als Trainer wohl auch getan- in der Zeit der Niederlagen war das natürlich schwieriger als in der Zeit der glorreichen Siege. Auch der wirtschaftliche Erfolg des Clubs kann sich heute sehen lassen: Der Umsatz liegt bei rund 300 Millionen Euro im Jahr, der Club hat keinen Cent Schulden und bezahlt auch keine Zinsen. Seine Spieler haben es dem BVB-Trainer nicht immer leicht gemacht. Dazu passt am Ende ein Klopp-Zitat“: Im Spiel denken die Spieler ab und zu selbständig, und man sieht ja, was dabei raus kommt.”

jh


Bildquelle: „Juergen Klopp 2014“ von Tim.Reckmann - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons
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