Die Stille im Gerichtssaal war - so die anwesenden Journalisten - kaum zu ertragen, als der Sprecher der Geschworenen das Urteil verkündete: Schuldig im Sinne der Anklage! Lebenslange Haft, ohne die Möglichkeit auf spätere Entlassung - für den kaltblütigen Mord an Odin Lloyd!

Die Verwandten und Freunde Lloyds, die sich beim Urteilsspruch im Saal befanden, weinten Tränen der Erleichterung - der Mord an ihrem Sohn, Bruder und Freund, der mehr einer gezielten Exekution glich, als einer Affekthandlung, war nun endlich gesühnt. Der Gerechtigkeit, soweit man das bei dem Verlust eines Menschenlebens überhaupt so nennen kann, wurde genüge getan.

Für das Opfer, den semi-professionellen Football Spieler Odin Lloyd, ändert das natürlich nichts. Auch wird wohl, soweit man das von der derzeitigen Situation her sagen kann, auch nie wirklich ans Licht kommen, was genau sich in den letzten Minuten vor der Ermordung von Lloyd abgespielt hat. Hernandez, der bis zu seiner Verhaftung im Jahr 2013 ein aufstrebender und überaus beliebter Spieler bei der legendären Mannschaft der New England Patriots war, wird, so zumindest die Einschätzung anwesender Gerichtsreporter, wahrscheinlich weiterhin seine Unschuld beteuern.

Er, der vor dem Tod von Lloyd einen Vertrag im Wert von 40 Millionen US-Dollar in der Tasche hatte, soll, so die Staatsanwaltschaft, 6 Kugeln in das Opfer gefeuert haben - und alles nur wegen einer Auseinandersetzung in einem Nachtclub, über die, nach wie vor, so gut wie kaum Details bekannt sind. Eigentlich - so schilderte es einer der Ankläger - hätte man annehmen können, dass sich die beiden, Lloyd und Hernandez gut verstanden. Sie sollen regelmäßig Zeit miteinander verbracht haben, gemeinsam gefeiert haben und außerdem war Lloyd, nur kurze Zeit vor dem Verbrechen, mit der Schwester der Verlobten von Hernandez eine Beziehung eingegangen.

Hernandez, der erst 25 geworden ist, wird nun bis zu seinem Tod in einer kleinen, aschegrauen Gefängniszelle sitzen, in einem der unzähligen, teils bereits stark überfüllten Hochsicherheitsgefängnisse von Amerika. Anfangs wird er nur wenig Zeit außerhalb seiner vier Stahlbetonwände verbringen dürfen. Auch an die frische Luft wird er maximal für ein bis zwei Stunden am Stück kommen. Bei guter Führung bekommt er vielleicht die Erlaubnis, sich Bücher und Magazine zu bestellen, oder sich vielleicht sogar eine Spielkonsole oder irgendwelche andere Unterhaltungselektronik in die Zelle bringen zu lassen. Aber frei wird er, trotz der vielen Jahre, gar Jahrzehnte, die er wohl noch leben wird, nie wieder sein. Genauso wie auch sein Opfer, Odin Lloyd, der bei seinem Tod 27 Jahre alt war, nie zurückkehren wird.

Quelle: BBC - Ex-NFL player Aaron Hernandez guilty of murder.

Bildquelle: Wikimedia Commons/Jeffrey Beall.