Das waren noch Zeiten. Selbst die Aussage von Niki Lauda, er sehe keinen Sinn mehr darin im Kreis zu fahren, konnte die Attraktivität der Formel 1 bremsen. Derzeit fühlen sich viele berufen, die Gründe aufzulisten, warum das Interesse an der Königsklasse des Motorsports schwindet. Fakt ist: Die TV-Zuseherzahlen gehen zurück und obwohl es keinen Deutschland-Grand-Prix gibt, sind die Ticketverkäufe für den Österreich GP rückläufig. Im folgenden ein sicherlich radikaler Ansatz zur Reform der Formel 1 und ein selten publizierter Grund, warum das Interesse an der Formel 1 rückläufig ist.

Der Kampf gegen den technischen Fortschritt

Das Hauptproblem scheint zu sein, ein Reglement zu finden um die technische Überlegenheit eines Rennstalls hintan zu halten. Nichts ist langweiliger als ein Formel 1 Führender, der einsam sein Kreise zieht. Die Frage ist aber: ist es wirklich sinnvoll Innovationen zu verbieten oder über das Regelwerk unmöglich zu machen? Es sind immer noch die Rennställe, oder besser gesagt die großen Automarken, die die Formel 1 in Schwung halten. Was hat es für einen Sinn enge technische Grenzen zu schaffen? Das bringt die Formel 1 nicht mehr weiter. Auch die Fußball Bundesliga muss mit einem überlegenen Bayern München leben – niemand käme auf die Idee, sich irgendwelche Regeln auszudenken, um die Bayern zu bremsen.

Radikaler Reformansatz

Im Mittelpunkt steht die Fahrer-WM. Selbst der beste Fahrer kann aber mit einem „schlechten“ Auto nicht gewinnen. Wofür also der Etikettenschwindel? Es ist ein ungeheurer Aufwand einen Grand Prix zu veranstalten. Warum nicht am Samstag ein Rennen zur Rennstall-WM ohne technische Schranken – das innovativste und schnellste Auto möge gewinnen. Am Sonntag gibt es dann die Fahrer-WM. Alle fahren mit einem Serien-Formel 1 Wagen, der natürlich vom Fahrer und seinem Team auf jeden Kurs getunt werden kann. Am Samstag gewinnt das beste Auto, am Sonntag der beste Fahrer – ohne Etikettenschwindel.

Fehlt der Hauch des Todes?

Man sollte bei der Formel 1 Krise ein Argument offen ansprechen – und nicht heucheln. Die Formel 1 braucht Helden und Helden sterben jung. Ein Unfall in einem Grand Prix lässt die Zuschauerzahlen im TV zwei Wochen später hinaufschnellen. Das ist Realität und kein Grund, diesen Aspekt unter den Teppich zu kehren. Gott und der Technik sei Dank – das letzte Todesopfer in der Formel 1 gab es 1994 – Ayrton Senna. Er wird auch noch heute als Held verehrt. Im selben Jahr starb der Österreicher Roland Ratzenberger – ebenfalls in San Marino. Auch 1982 gab es zwei Todesopfer zu beklagen. Riccardo Paletti und Gilles Villeneuve, 1978 kam Ronnie Peterson ums Leben. In den sechziger und siebziger Jahren gab es nahezu in jedem Jahr einen tödlichen Unfall. Jochen Rindt 1970, Joseph Siffert 1971, Roger Williamson 1973. Fünf Todesopfer hat der Nürburgring gefordert, drei Monza, zwei Imola und Brands Hatch. Auch die Formel-1 Strecken haben durch Todesopfer Schlagzeilen gemacht - traurig, aber wahr. Hoffen wir auf ein unfallfreies und spannendes Rennen in Monte Carlo. Alle TV-Stationen sind natürlich live dabei. Am Samstag, dem 23. Mai um 14 Uhr gibt es die Qualfikation, Sonntag um 14 Uhr das Rennen.

Foto: Rodrigo Soldon, flickr.com
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