Es sind jene Tage, die sich Fußballfans nicht unbedingt rot im Kalender anstreichen. Schicksalsspiele mit viel Potential nach unten. Für den Hamburger SV gibt es am 8. Mai 2015 ein derartiges Spiel. Gegen den SC Freiburg muss man einfach vor den eigenen Fans drei Punkte machen – der Abstiegskampf in der Deutschen Bundesliga ist im Gegensatz zum Titelkampf an Dramatik kaum zu überbieten. Beim HSV zeigen sich aber in den letzten Runden deutliche Signale nach oben.

Tradition – beim HSV keine leere Worthülse

Die Geburt eines Traditionsvereins ist auch meist mit der Geburt des Fußballsports verbunden. Der 29. September 1887 soll das Gründungsdatum des HSV sein. Es gab einige Vorgängervereine, die man zur Geschichte des HSV dazurechnet - aber wegen der paar Jahre auf oder ab wird sich niemand graue Haare wachsen lassen. Mit dem #Fußball ging es so richtig 1919 los – in der Hamburger Liga. In dieser Zeit gab es keine Probleme mit zusammenbrechenden Toren, aber es kam schon vor, dass ein Finalspiel nach 189 Minuten beim Stand von 2:2 wegen Dunkelheit abgebrochen werden musste. So geschehen in den 20er Jahren im Endspiel um die deutsche Meisterschaft gegen den 1. FC Nürnberg. Nach dem 2. Weltkrieg dominierte der HSV die Oberliga Nord. 1963 wurde die Bundesliga gegründet, der HSV galt als sicherer Anwärter auf einen Mittelfeldplatz. Internationaler erster Höhepunkt war 1967 das Pokalsieger-Cup Finale gegen AC Mailand, welches 0:2 verloren ging.

HSV mischt Fußballeuropa auf

Die „goldene Zeit“ des HSV waren die Jahre 1973 bis 1987. 1977 erreichte man das Finale im Europapokal der Pokalsieger und der legendäre Kevin Keegan spielte in Hamburg. Gegen den Ex-Verein von Keegan, dem FC Liverpool, unterlag man allerdings im Finale. 1980 stand der HSV im Finale des Europacup der Landesmeister – heute mit der Champions League zu vergleichen – und unterlag Nottingham Forest mit 0:1. 1983 holte man aber mit einem 1:0 gegen Juventus Turin unter Trainerlegende Ernst Happel den Titel. 1987 bis 1999 wurde es recht still um den HSV, 1999 bis 2010 kam mit dem neuen Stadion wieder eine große Aufbruchstimmung nach Hamburg.

Im Fußball zählt die Gegenwart – das Duell gegen Freiburg

Erfolge der Vergangenheit sind erfreulich, im Fußball zählt aber das hier und heute wesentlich mehr. Die Gegenwart schaut für den HSV nicht sonderlich rosig aus. Zuhause konnte man in der laufenden Saison bislang neunzehn Punkte aus fünfzehn Spielen holen, auswärts waren es zwölf Punkte. Es gibt aber für den HSV einen Hoffnungsschimmer: In den letzten beiden Runden ging es unter Trainer Bruno Labbadia deutlich aufwärts. Für Freiburg spricht, dass man bislang noch kein Duell gegen einen Abstiegskandidaten verloren hat. Für Statistiker: Wenn Gojko Kacar für den HSV aufläuft, riecht es für den HSV nach drei Zählern. Wenn bei Freiburg Nils Petersen dabei ist, riecht es nach Toren von Freiburg gegen den HSV. Wie es wirklich laufen wird kann man am Freitag, dem 8. Mai 2015, live im Stadion verfolgen oder auf Sky Bundesliga bzw. Swisscom TV. Anstoß ist um 20:30 Uhr.

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