Die nigerianische Frauennationalmannschaft sorgte für Aufsehen bei ihrem ersten Gruppenspiel der Weltmeisterschaft in Kanada. Etwas gewagt betitelte die “Bild“ die Aktion der Nigerianerinnen als „Sexy Jubel-Tanz“. Gemeint war damit der Torjubel der Nigerianerinnen, nach ihrem zweiten Tor und dem damit erzielten Anschlusstreffer gegen die Schwedinnen. Die Nigerianerinnen können mit ihrer Aktion tatsächlich Zeichen setzen, gegen Vorgänge in ihrem Heimatland.

Das Spiel und der Jubel

Nach dem die favorisierten Schwedinnen mit 2 Toren in Führung lagen, hatten Viele die Afrikanerinnen schon abgeschrieben, doch die kamen mit Toren von Okobi (50.) und Oshoala (53.) furios zurück. Nach dem erzielten Ausgleich gab es kein Halten mehr für die Mannschaft aus Nigeria. An der Eckfahne feierten die Spielerinnen und zeigten dabei provokant anzügliche Tanzeinlagen. Die Torschützin Oshoala fasst sich tanzend abwechselnd an die Brüste und an ihre Hüfte. Ihr Mitspielerinnen feiern sie dabei.

Schweden erzielte sieben Minuten später den erneuten Führungstreffer. Die Nigerianerin Ordega traf allerdings in der 87.Minute zum 3:3 Endstand.

Nicht nur ein hochkarätiges Spiel, bei dem der leichte Underdog aus Nigeria den Favoriten aus Schweden die Stirn bot, sondern auch denkwürdig aufgrund dieses ausgesendeten Zeichens an der Eckfahne.

Ein Zeichen in die Heimat, gegen Boko Haram

Seit 2009 soll die islamistische Extremistengruppe mehr als 15.000 Menschen getötet haben. Des Weiteren ist bekannt, dass sie zahlreiche Frauen entführt und versklavt haben. Die Frauen werden als Sex-Sklavinnen gehalten oder zwangsverheiratet. Bekannt wurde die Lage der Frauen in der Hand der Extremistengruppe, aufgrund der Entführung von 200 Mädchen aus einer Schule. Zahlreiche Prominente und Politiker nahmen danach über soziale Netzwerke an der Kampagne #bringourgirlsback, also „bringt unsere Mädchen nach Hause“ teil.

Die nigerianische Nationalmannschaft der Frauen schickt ihr Zeichen auf ihre Weise ins Heimatland. Dieses anzügliche Tanzen und das Anfassen des eigenen Körpers kann als Statement verstanden werden. In etwa “Mein Körper gehört mir“. Die Frauen in der Gewalt der Boko Haram haben keine Rechte und leiden unter der Herrschaft der Männer. Das Zeichen der Nigerianerinnen aus Kanada kommt hoffentlich in Nigeria an. Die Zeichen dafür stehen gut, denn #Fußball ist populär im Land, und auch Frauenfußball erfreut sich wachsender Beliebtheit.

Nigerias neugewählter Präsident Buhari will die Boko Haram aktiv bekämpfen. Dazu lud er die Staatschefs der benachbarten Länder zu einem Gipfel ein. Kamerun, Tschad, Benin und Niger verpflichteten sich zur Zusammenarbeit gegen die Terrorgruppe Boko Haram. Die Ausweitung des Machtgebiets der Boko Haram vom Nordosten Nigerias auf weitere Teil des Landes oder auf die Nachbarstaaten soll durch eine Militäroffensive mit rund 9.000 Soldaten verhindert werden.

Foto: Bild.de  #Terror