Zweimal Meister, einmal Pokalsieger, dazu Weltpokal und europäischer Supercup. Die bisherige Bilanz Pep Guardiolas beim FC Bayern kann sich sehen lassen. Schließlich coacht der Spanier erst seit Juli 2013 das bajuwarische Starensemble. Doch in München ticken die Uhren anders und nach dem Gewinn des Triples vor zwei Jahren unter Jupp Heynckes erwarten Verantwortliche und Anhänger nichts als die Wiederholung dieses maximalen Triumphs.

Tief sitzt der Schmerz der vergangenen Jahre. Zweimal in Folge verabschiedeten sich die Bayern im Halbfinale der Champions League. Dem blamablen 0:1- und 0:4-Aus gegen Real Madrid in 2014, folgte ein 0:3 und 3:2 im Duell mit dem FC Barcelona. Beide Male scheiterte man am späteren Sieger und beide Male musste sich Bayern-Trainer Guardiola Kritik an der taktischen Ausrichtung seines Teams gefallen lassen. Offensichtlich zurecht, war man im Duell mit den Königlichen nach der unglücklichen Hinspielniederlage im eigenen Stadion historisch untergegangen - Real konterte desaströse Münchner ein ums andere Mal wie eine Schülermannschaft aus. Im Vergleich mit Guardiolas Ex-Verein, dem FC Barcelona, ließ der Katalane sein Team im Camp Nou zu Beginn mit einer Dreierkette agieren - die 0:3-Niederlage war im Rückspiel nicht mehr umzubiegen.

Während sich die Öffentlichkeit jeweils mit Wonne auf den Trainer stürzte und der demütig Selbstkritik übte, war auffällig, wie milde die doch sonst so anspruchsvolle Klubführung um Hoeneß, Rummenigge und Co. auf das Scheitern reagierte. Hatten einige in Fußballdeutschland spätestens nach dem zweiten Scheitern gar mit dem Rausschmiss des Spaniers gerechnet, so stellten sich die FCB-Granden im April 2014 sowie im darauffolgenden Jahr demonstrativ vor ihren Coach. So manchem Betrachter kam es wohl gar grotesk vor, wie nimmermüd die Bosse das Vertrauen in die Qualität ihres "Trainergenies" betonten. Schließlich hatte Guardiola von Vorgänger Heynckes eine perfekt eingespielte Startruppe übernommen, die europaweit als Nonplusultra galt.

Unter fairen Gesichtspunkten ist das Handeln der Bayern-Mächtigen jedoch durchaus plausibel. Auch wenn die Triple-Mannschaft im Allgemeinen zusammenblieb und durch Thiago oder Götze noch verstärkt wurde, war die Verteidigung des Erfolges fast utopisch. Der Hunger, der Lahm und Co. 2013 zum CL-Triumph trieb, war gesättigt, die Gier nach einem weiteren, fehlte. Auch in der Saison 2014/15 legten sich dem Guardiola-Team fast unüberwindbare Steine in Form der zahlreichen Verletzten (u.a. Robben) in den Weg, ohne die ein Sieg über ein überragendes Barcelona wohl einem Wunder gleichgekommen wäre. Es wäre realitätsfern gewesen den spanischen Coach des Rekordmeisters als alleinigen Sündenbock zu nehmen, auch wenn dessen Mitschuld nicht verborgen blieb. 

Auch unter diesem Aspekt gilt in dieser Saison: Für Pep Guardiola ist die Schonfrist um. Ein drittes Scheitern in Bezug auf den Champions League-Titel werden die Bayern-Verantwortlichen nicht hinnehmen - der Spanier und sein Team sind zum Siegen verdammt. Aussagen wie die von Karl-Heinz Rummenigge ("Wenn Guardiola nach der Saison nicht weitermacht, ist das auch kein Drama") verdeutlichen diesen Umstand nur noch, auch der Katalane selbst weiß, dass es für ihn in dieser Saison um alles geht. Vor dem bevorstehenden Supercup gegen Pokalsieger Wolfsburg wiederholte er jenen Satz, den er schon im Frühjahr gesprochen hatte: "In diesem Verein zählt nur das Triple".

Für diesen Erfolg wurde Guardiola die teuerste Bundesligamannschaft aller Zeiten bereitgestellt, gespickt mit allerlei Wunschspielern des Trainers. Auch deshalb gibt es nun keine Ausreden mehr. Die vierte Meisterschaft in Folge und Pokalsieg werden nicht reichen. Um seine Mission zu erfüllen, muss Guardiola für Bayern den Henkelpott holen.                                                    

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