Pep Guardiola hat wohl alles erreicht, was ein Vereinstrainer erreichen kann. Mit seiner Verpflichtung vor zwei Jahren gelang dem FC Bayern der ganz große Coup auf der Weltbühne des Fußballs. Ein Trainer von Weltformat, einer um den sich die ganze Fußballwelt rankte und dem sie in Barcelona bittere Tränen nachweinten, nachdem er sie im Jahre 2012 nach vier unglaublich erfolgreichen Jahren verlassen hatte.

Mit sage und schreibe 14 Titeln in vier Jahren ist er immer noch der erfolgreichste Trainer in der Vereinsgeschichte des FC Barcelona. Er formte Spieler wie Messi, Iniesta und Sergio Busquets zu Weltklassefußballern, die jeder Verein gern in seinen Reihen hätte. Namen waren Guardiola seit jeher egal, er war stets darauf bedacht, dass die Spieler das umsetzen, was er von ihnen verlangt.

Den großen Ronaldinho sortierte er ebenso aus wie Eto'o oder Zlatan Ibrahimovic. Dazu gehört eine Menge Selbstbewusstsein und Überzeugung von der eigenen Philosophie. Daran mangelt es Guardiola nicht, er ist fanatisch in seiner Arbeit und möchte ein unberechenbares Spiel entschlüsseln und perfektionieren.

Die Perfektion des Pep Guardiola als Antrieb eines Genies

Perfektion. Das ist Guardiolas Bestreben. Er übernahm die "Triple-Bayern" von Jupp Heynckes und stellte sich der Herausforderung, die dieses Amt mit sich brachte. Von Pep wurde nicht weniger erwartet, als das Prägen einer Ära wie er es zuvor mit dem FC Barcelona getan hatte, eine Dominanz in ganz Fußballeuropa.

Einmal sagte Guardiola, dass man den Job, den er bei Barca inne hatte nicht länger als drei Jahre machen könne, aufgrund des Drucks des "Gewinnenmüsses". Seine Zeit bei den Katalanen sei deshalb "lang und erschöpfend gewesen".

In München ist ebendieser Druck mindestens genauso groß, wenn nicht sogar noch größer, denn er übernahm einen Verein, der alles gewonnen hatte. Er formte den Kader um, wie es seiner Vorstellung entsprach. Vielfach wurde er dafür kritisiert, denn zwar ist Bayern auf nationaler Ebene eine Übermacht, aber international scheiterte man in beiden Anläufen in der Champions League unter seiner Leitung kläglich.

Er würde den Bayern die Identität nehmen wird ihm nachgesagt, denn die Abgänge von Spielern wie Toni Kroos zu Real Madrid oder Publikumsliebling und Identifikationsfigur Sebastian Schweinsteiger zu Macnhester United nehmen ihm Viele übel. Alles außer der Champions League wäre, auch wenn sie es natürlich nicht gern zugeben in München, eine Enttäuschung für das Selbstverständnis des Vereins. 

Gewinn der Champions League und dann?

Ein letzter Anlauf ist nur die logische Konsequenz. Nach einem erneuten Scheitern in der Champions League  wäre seine Arbeit nicht angemessen gewürdigt, ein Makel in seiner von Perfektion geprägten Philosophie. Drei Versuche sind für Pep bereits zwei zuviel, das entspräche nicht seinem Ego. Auch wenn er stets betont, dass er Erfolg nicht an Titeln misst, in München tut man das schon. Sollte es jedoch in diesem Anlauf klappen mit dem Gewinn der höchsten Spielklasse oder gar des Triples, von dem sie seit Heynckes' Abschied träumen, dann hätte Guardiola sein Soll erfüllt und somit keinen Antrieb mehr, der ihn motiviert.

So war es mit seiner großen Liebe, dem FC Barcelona, so wird es wohl beim #FC Bayern München sein. Im laufe des Tages wird sein Abschied wohl offiziell verkündet werden, jedoch bleibt ihm noch genügend Zeit, um sein Werk zu vollenden, bevor er sich auf die Suche nach einer neuen Herausforderung begibt.

Aber eins, das ist gewiss, hat er der Bundesliga beschert: Er hat nicht nur den FC Bayern München,sondern auch die gesamte Bundesliga mit seinem Engagement in den internationalen Fokus gerückt.  Stars, die noch vor einigen Jahren für die Bundesliga undenkbar waren, werden heute als realistische Alternativen gehandelt und dafür können wir ihm alle als Fußballfans dankbar sein. #Fußball #Sport