Manuel Neuer lässt kein gutes Haar am Gegner des EM-Halbfinals

Der Frust saß noch tief, als Manuel Neuer sich gegenüber dem kicker zu dem verlorenen EM- Halbfinale gegen Gastgeber Frankreich äußerte.

Manuel Neuer sagte unter anderem nämlich Folgendes: "Die Einstellung und die Bereitschaft, guten #Fußball spielen zu wollen und dominant aufzutreten, haben gestimmt. Selbst in einem Halbfinale beim Gastgeber sind wir mit breiter Brust und sehr gut aufgetreten; hätten wir uns in einem Heimspiel so präsentiert wie Frankreich, hätte unser Stadion gepfiffen".

Soweit eigentlich nichts Ungewöhnliches, dass nach einem verlorenen Fußballspiel etwas Frust und Ärger über die Spielweise des Gegners geäußert werden, hätten wir nur nicht gerade mal wenige Wochen zuvor eine regelrechte mediale Hetzkampagne erlebt wegen ähnlichen Aussagen mit einer einzigen Ausnahme: Diese kamen von Cristiano Ronaldo, dem unmittelbar zuvor gegen hartnäckig kämpfende Isländer kein Sieg gelungen war.

Jedes erdenkliche Medium hatte sich über den Herrn CR7 hergemacht, ohne Ausnahme. "Eingebildeter Fatzke" waren Begriffe, die sich vermeintlich seriöse Medien extra für den Herrn ausgedacht haben.

Ivan Rakitic hatte zuvor auch den Ronaldo gemacht

Auch Ivan Rakitic, der Star des FC Barcelona hatte sich nach dem EM-Aus gegen Portugal ähnlich verärgert über den Gegner geäußert: "Tatsächlich denke ich, dass das beste Team dieser Europameisterschaft nun nach Hause fährt" und weiter: "Bei allem Respekt, Portugal hat uns geschlagen, ohne irgendetwas dafür zu tun. Sie haben sich für das Viertelfinale qualifiziert, ohne wirklich hier gewesen zu sein. Nicht einmal sie freuen sich über diesen Triumph...Wir haben im Gegenteil den Respekt ganz Europas gewonnen, aber der Fußball ist manchmal kompliziert und gemein."

Fakt ist jedoch, dass Kroatien sich in einem sehr schwachen Spiel beider Mannschaften keineswegs besser präsentiert hat als der Gegner Portugal. Beide Mannschaften neutralisierten sich und Portugal hatte in der 117. Spielminute ein Fünkchen mehr Glück und Kraftreserven.

Doch wieso sind solche Aussagen kaum eine Randnotiz wert, während die Aussage Ronaldos ausreicht, um die ganze Welt in Aufruhr zu versetzen?

Er hatte nämlich zuvor seinen Frust so geäußert: "Die haben gefeiert, als hätten sie die Champions League gewonnen. Das zeugt von schwacher Mentalität. Deswegen werden sie nichts erreichen....Sie haben nur verteidigt, haben aus zwei Chancen ein Tor gemacht.".

Cristiano Ronaldo bringt Quote

Millionen schauen sich die Spiele Ronaldos an, nur um den "eingebildeten Fatzken" scheitern zu sehen. Das kann man selbst miterleben, wenn man sich in eine Bar wagt und ein solches Spiel mitverfolgt.

Es wird gegrölt und gelacht, wenn der Selbstdarsteller den nächsten Freistoß in die Mauer jagt oder ihm eine Aktion nicht glückt, ganz unabhängig davon, wie der Gegner lautet.

Die Medien haben dieses Potenzial erkannt und nutzen es, wie es Ronaldo selbst übrigens auch tut. Ihm ist seine Rolle durchaus bewusst und er spielt gern damit und schöpft daraus sogar Motivation.

Nicht einmal mit Lionel Messi, dem langweiligen Pendant zu #Cristiano Ronaldo lässt sich eine derart hohe Quote erreichen, außer er hinterzieht ein wenig Steuern, dann gibt es ein kleines Hoch, denn Negatives steigert die Auflage, das ist allseits bekannt.

Ronaldo profitiere nur von seiner Mannschaft und könne nichts mit seinem Land erreichen lautet ein Tenor, der meist von denen kommt, die mit fußballerisch starken Nationen gesegnet sind.

Nun hat Ronaldo sein Team ins Finale der EM geführt und es werden wieder Millionen den Fernseher einschalten, um ihn scheitern zu sehen.

 

 Bildquelle: Wikimedia durch Ludovic Peron unter CC BY-SA 3.0 #Sport