Seit Mittwoch ist die Ära Platini bei der #UEFA Vergangenheit. In Athen wählte der europäische Kontinentalverband einen neuen Präsidenten - Alexander #ceferin. Wenn Sie sich jetzt fragen, wer das ist, sind Sie garantiert nicht alleine. Ceferin ist international eher unbekannt, hat nie erfolgreich Fußball gespielt und als Verbandspräsident Sloweniens auch keine europäische Spitzenliga im Hintergrund. Genau hier drängt sich die Frage auf: Wer ist dieser Alexander Ceferin und wie gelang ihm der Aufstieg an Europas Fußballspitze?

Bekannter Anwalt in Slowenien

Der Slowene hatte lange wenig mit der undurchsichtigen Funktionärsebene des Fußballs zu tun. Er ist Jurist, Anwalt in einer der bekanntesten Kanzleien Sloweniens, die er von seinem Vater übernommen hat. Seit seinem Jura-Abschluss 1991 vergeht eine ganze Weile bis er das erste Mal ernsthaft ein Interesse am rollenden Ball zeigt. Nicht, dass er keine Ahnung davon hätte - ein Großteil seines Geldes verdient er, indem er Athleten und Sportvereine vertritt. Dennoch dauert es bis zur Zusammenarbeit mit einem der führenden Futsal-Clubs Sloweniens im Jahr 2005, dass der neue starke Mann an der UEFA-Spitze richtig ins Fußballgeschäft einsteigt. Es folgt ein kometenhafter Aufstieg. Bereits fünf Jahre später wird er an die Spitze von Sloweniens Fußballverband gewählt. Im Jahr 2011 liegt der slowenische Fußball am Boden, heimische Fernsehsender zeigen kein interesse und Zuschauer in den Stadien bleiben aus. Die Hoffnung liegt auf Ceferin, der Erfolg hat. Neue Fernsehverträge, mehr Zuschauer. 2015 wird er für vier Jahre als Oberhaupt bestätigt. 

Endlich UEFA-Reformen?

Nun gelingt ihm der Sprung nach ganz oben in #Europa. Wie in Slowenien, ruhen viele Hoffnungen auf dem aktuell 48-Jährigen. Denn die UEFA hat diverse Probleme - die Champions League und Welt-Liga Diskussionen, es fehlt eine unabhängige Ethikkomission. Die Skandale um die WM-Vergabe 2006 und die Suspendierung von Ex-Chef Michel Platini haben das Vertrauen in die Funktionäre zerstört. In seiner Antrittsrede betont Ceferin, er wolle die UEFA in ein "neues Zeitalter der Stabilität, Hoffnung und Balance" führen. "Ich habe eine klare Vision, ein neues Kapitel in der Geschichte dieser fantastischen Organisation aufzuschlagen.", schaut er in die Zukunft. Ohne mächtige Freunde wird das aber kaum möglich sein. Schon in seinem Wahlkampf als Kandidat zum UEFA-Präsident wird über eine intensive Untersützung seitens des russischen Sportministers Witali Mutko und des neuen FIFA-Präsidenten Gianni Infantino spekuliert. Ohne deren Unterstützung hätte Ceferin kaum 42 von 55 Verbänden für sich begeistern können. 

 

Ceferin auch vom DFB unterstützt

Aber nicht nur das, auch der deutsche Fußball-Verband (DFB) hat Ceferin unterstützt. Nicht ganz unwichtig für den Slowenen - stellen die Deutschen doch den mitgliederstärksten Verband der Welt. Für den DFB könnte sich das Vertrauen in den neuen Mann lohnen: Neben der Überzeugung, er könne die gesteckten Ziele erreichen, gilt der Slowene als Befürworter der Austragung der EM 2024 in einem einzigen Land - was wiederum der DFB-Bewerbung für die Ausrichtung helfen würde. Vorher muss Ceferin aber zuallererst das Vertrauen in die Fußball-Funktionäre wieder stärken. Keine leichte Aufgabe nach der Amtszeit von Michel Platini.

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http://de.blastingnews.com/sport/2016/06/em-2016-bei-ard-und-zdf-hier-laufen-die-viertelfinalpartien-00987073.html