Es hört sich wie ein schlechter Scherz an: Der Rekordmeister #FC Bayern München soll aufgelöst werden, das findet zumindest der Jurist und Experte für Vereinsrecht Lars Leuschner. Er hat jetzt beim Münchner Amtsgericht Klage eingereicht und könnte damit einige Grundsätze im Profifußball in Frage stellen. Die Konkurrenten aus Dortmund, Berlin und Co. werden sich aber wohl nicht über eine spannendere Liga freuen können, denn auch ihnen könnte das Urteil auf langfristige Sicht zum Verhängnis werden. 

 

Aber worum geht es überhaupt?

Das Amtsgericht München prüft nun, ob die #Löschung des #FC Bayern München aus dem Vereinsregister rechtskräftig ist. Laut Paragraph 21 des BGB muss ein #Verein immer ideelle Zwecke verfolgen. Der wirtschaftliche Profit darf demnach nie im Vordergrund stehen. Mit einem Umsatz von einer halben Milliarde Euro im letzten Geschäftsjahr, kann dem FC Bayern München ein Profit aber nicht abgesprochen werden. Um dem bereits im Vorfeld entgegen zu wirken, habt der FC Bayern - wie fast alle Bundesligavereine - die Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert. Der angreifbare Punkt ist aber, dass der Verein mit mehr als 75% an dieser Kapitalgesellschaft beteiligt ist.

 

 

Gab es sowas nicht schon mal?

Der FC Bayern München gab in einer ersten Stellungnahme bekannt, dass sie den Antrag als "unbegründet ansehen" und sich "im Einklang mit dem höchstrichterlichen Urteil" sehen. Denn bereits 1982 gab es eine Entscheidung des Bundesgerichtshofes, wonach Mutterverein und Tochtergesellschaften eigenständig sein sollen. Vereine wie Bayer Leverkusen, VFL Wolfsburg oder RB Leipzig werden noch viel mehr mit diesem Thema zu kämpfen haben, da sie unter Fans als "Plastikclubs" gelten und der wirtschaftliche Einfluss nicht von der Hand zu weisen ist. Lars Leuschner, der selber Bayern-Fan ist, wolle Klarheit schaffen und das Sportliche im Profifußball wieder klar hervorheben. Durch die Macht und den Einfluss des FC Bayern wird der Rekordmeister wohl nicht mit einer Löschung aus dem Vereinsregister rechnen müssen. Trotzdem sollte man sich nach diesem Anstoß des Juristen wieder auf den Grundgedanken des Fußballs konzentrieren. Denn wenn man mal ehrlich ist, geht es doch weniger um Energydrinks-schlürfende Top-Manager, sondern um traditionelle und ehrliche Fußballvereine, die mit ihren Fans durch alle Lebenslagen gehen.